Türkische Zentralbank: Inflation wird weiter ansteigen

Die Zentralbank der Türkei hat angekündigt, dass die Inflationsrate des Landes weiter ansteigen wird bis zum Ende des Jahres. Dies sei eine unausweichliche Folge angesichts des raschen Wachstums der Binnennachfrage.

Die türkische Zentralbank hatte ihren monatlichen Bericht für Oktober am Freitag auf ihrer Website veröffentlicht. Darin prognostiziert sie, dass die Inflation bis zum Jahresende von 6,9 Prozent auf 8,3 Prozent steigen werde, berichtet „Zaman“. Dies sei den neuesten Entwicklungen an den Märkten geschuldet, so die Zentralbank. Verantwortlich für den Anstieg der Inflation sei auch die derzeitige Schwächung der türkischen Lira gegenüber ausländischen Währungen. Die türkische Zentralbank hatte vor zwei Wochen zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder direkt in den Devisen-markt eingegriffen und Lira angekauft. Als Grund nannte sie „spekulative Aktivitäten” und „ungesunde Preisbewegungen”.

Üblicherweise war die Lira seitens der Türkischen Zentralbank sonst nur mit Dollar-Verkäufen gestützt worden. Volkswirte werteten den Schritt als klares Signal, dass die Bank sich weiter gegen eine Abschwächung der Lira stemmen wird, warnen aber gleichzeitig davor, dass die Märkte weiterhin Druck auf die Währung ausüben werden. „Die Märkte werden damit fortfahren, sie zu testen und die Bank muss noch eine Weile auf dem Markt bleiben. Das wirft natürlich die Frage auf, wie lange sie das kann”, so Simon Quijano-Evan, Zinsexperte und Chefökonom bei ING in London.

Die jährliche Inflationsrate der Verbraucherpreise ist auf besorgniserregende 7,66 Prozent im Oktober gestiegen, im Gegensatz zu 6,15 Prozent einen Monat früher, teilte das türkische Institut für Statistik (TURKSTAT) am Donnerstag mit.

Am 13. Oktober hatte die Regierung die Steuern auf Autos und Handys sowie auf Tabakwaren und alkoholische Getränke angehoben. Der Anteil der Preiserhöhung von Tabakwaren im Oktober habe den Anstieg der Inflation um 0,81 Prozentpunkte begünstigt, heißt es weiter. Dies sei auch für November zu erwarten. Die Preiserhöhungen von Strom und Erdgas im letzten Monat hätten sich im Oktober außerdem mit 0,5 Prozent auf den Anstieg der Inflationsrate ausgewirkt.

Bezüglich einiger Berichte in ausländischen Medien, die eine zweistellige Inflation für das Ende des Jahres erwarten, heißt es in dem Blatt, Beobachter würden die ausschließen. Die Zentralbank habe versprochen, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Preisstabilität mittelfristig beizubehalten. Der Chef der türkischen Zentralbank, Erdem Basci, hatte zuvor erklärt, er habe den Glauben, dass diese kurzfristigen Änderungen keinen Einfluss auf die mittelfristigen Inflationsaussichten haben. Durch die Straffung der Geldpolitik werde erwartet, den Inflationsdruck einzudämmen. Zum Jahresende 2012 wird eine Inflationsrate zwischen 3,7 und 6,7 Prozent erwartet – mit einem Mittelwert von 5,2 Prozent, während sie sich nach 2013 bei 5 Prozent stabilisieren werde.

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