Zehntausende demonstrieren in Rom gegen Berlusconi

In Rom sind zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu demonstrieren. Sie forderten den Rücktritt des umstrittenen "cavaliere".

Initiator der Proteste war die oppositionelle Demokratische Partei Partito Democratico. Ihr Vorsitzender Pierluigi Bersani erklärte dabei in einer Ansprache die Regierung für verantwortlich für das drohende Übergreifen der Euro-Krise. Auch Sozialdemokraten anderer Länder schlossen sich dem Protestzug an – unter ihnen SPD-Chef Sigmar Gabriel als prominentem Redner. Gabriel rief aus, es sei an der Zeit für den Kampf „für die Rückkehr der Demokratie und gegen die Herrschaft der Finanzmärkte“.

Mit 700 Bussen und 14 Zügen waren Demonstranten aus allen Teilen des Landes in die italienische Hauptstadt gekarrt worden.  Die Demonstranten skandierten „Silvio, hau ab!“ und „Schande, Schande, Silvio tritt zurück!“. Wegen seines derzeitigen Schuldenstandes von 120 Prozent seiner Wirtschaftsleistung gilt Italien neben Griechenland als einer der größten Riskikofaktoren der Eurozone.

Die Opposition fordert seit Wochen, dass Berlusconi den Weg entweder für Neuwahlen freimacht oder sich zu einer Übergangsregierung bereit erklärt. Rücktrittsforderungen hatte Berlusconi in dieser Woche erneut zurückgewiesen. Beim G-20-Gipfel in Cannes war in dieser Woche eine Überwachung der Staatsfinanzen Italiens durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die EU-Kommission beschlossen worden.

Derweil droht die EZB Italien mit dem Ende des Kaufs von Staatsanleihen, sollten dringend notwendige Reformen ausbleiben. Dies sagte Yves Mersch, Mitglied des EZB-Rates, gegenüber der italienischen Zeitung „La Stampa“.

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