Impfung gegen Alzheimer entwickelt

400.000 Menschen leiden in der Türkei an Alzheimer. Wissenschaftler in Göttingen haben einen Wirkstoff entwickelt, wodurch sich die Krankheit aufhalten lässt.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Türkei im Jahr 2050 eines der vier am meisten von Alzheimer betroffenen Länder sein. Nach Informationen der Türkischen Psychiater Vereinigung (TPD) ist Alzheimer die sechst-häufigste Todesursache in der Türkei. Nach einer Umfrage unter Angehörigen von Patienten haben 75 Prozent der Betroffen nicht genügend Informationen über ihre Erkrankung. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass 27 Prozent der pflegenden Familienangehörigen unter ernsthaften Depressionen leidet.

Prof. Işın Baral Kulaksızoğlu, wissenschaftlicher Koordinator der TPD, informiert, dass die Hälfte der an Alzheimer Erkrankten an der Krankheit stirbt, ohne dass sie diagnostiziert oder behandelt wird. Das Ergebnis einer weiteren Studie ist, dass 83 Prozent der 1400 Teilnehmer die „Verwirrtheit“ im Alter als normal einstufen.
Kulaksızoğlu fordert daher, dass Betroffene und ihre Angehörigen mehr informiert werden, Pflegeheime gebaut, spezialisierte Pflegekräfte ausgebildet und die Pflege zu Hause erweitert wird. Außerdem muss die medikamentöse Versorgung gewährleistet werden, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Angehörige sollen psychologische Betreuung erhalten. Er fordert die Politik sowie die Zivilorganisationen auf, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen.

Der Erfolg der Göttinger Wissenschaftler ist eine Hoffnung für die rund 35 Millionen Betroffenen weltweit. Den Forschern um Prof. Thomas Bayer gelang es in Versuchen mit Mäusen mit neu entwickelten Antikörpern die für die Erkrankung verantwortlichen Verklumpungen, sogenannte Ologomere, zu binden und damit unschädlich zu machen.
„Mit dieser Form der passiven Impfung können wir vermutlich keine Heilung erreichen, aber unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Antikörper offenbar das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit stoppen, so Prof. Bayer. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenzerkrankung. Durch das Absterben von Nervenzellen wird das Gehirn immer weiter geschädigt.

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