Türkei: Es war kein Nachbeben! Menschen flüchten aus Van

Nach dem zweiten starken Erdbeben beginnen die Menschen aus Van zu flüchten. Auch wenn es sich bei den Einstürzen um schon vorher beschädigte Gebäude gehandelt haben soll, fühlen sie sich nicht mehr sicher. Die Schäden sind oft nicht mit bloßem Auge zu erkennen.

17 Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Van, bei dem über 600 Menschen ums Leben kamen, wurde die Region am Mittwoch erneut von einem Beben der Stärke 5,7 erschüttert. Das seismologische Institut erklärte nach dem Beben am Mittwoch, dass es sich hierbei nicht um ein Nachbeben gehandelt habe. Es sei ein eigenständiges Erdbeben gewesen. Auch das Epizentrum sei diesmal ein anderes gewesen. Es befand sich diesmal in Edremit, 20 Kilometer von der Stadt Van entfernt. Die Menschen sind schockiert und fühlen sich nicht mehr sicher. Diejenigen, die es können, packen ihre Sachen und flüchten aus der Region, aus Angst vor neuen Erdbeben.

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Den Aussagen der Behörden vertrauen sie nun auch nicht mehr. Umweltminister Erdogan Bayraktar hatte noch kürzlich verkündet, Van sei in Bezug auf Erdbeben zurzeit der sicherste Ort. Das seismologische Institut der Bogazici Universität gab zusätzlich zu denken. Ein Erdbeben dieser Stärke dürfte eigentlich nicht zu solchen Folgen führen. Bei den eingestürzten Gebäuden müsse es sich um schon vorher beschädigte Gebäude gehandelt haben. Den Bewohnern reichen diese Erklärungen nicht aus. Hinzu kommt die Schwierigkeit, solche gefährdeten Gebäude zu erkennen. Oft sind die Schäden von außen nicht zu sehen. Im Hotel Bayram, das komplett einstürzte, waren sogar Rettungskräfte und Journalisten untergebracht.

Autobahnen in Van sind überfüllt

Die Autobahn, die aus Van herausführt, ist vollkommen überfüllt. Seit Mitternacht wollen immer mehr Menschen Van so schnell wie möglich verlassen. Ein Nachlassen der Massen ist noch nicht abzusehen. 60 Nachbeben hat es bisher seit Mittwochabend gegeben. Teilweise panisch wollen einige die Region verlassen, meldet die Zeitung „Hürriyet“.

Türkische Medien berichten, 25 Gebäude, darunter zwei Hotels, seien eingestürzt. Allerdings waren nur drei Gebäude bewohnt. Die Zahl der Opfer hätte demnach weitaus höher sein können. Vize-Präsident Besir Atalay erklärte, bisher wisse man von sieben Toten. 23 Menschen konnten von Rettungskräften lebend aus den Trümmern gezogen werden. Es gibt zahlreiche Verletzte.

Hotel Bayram erst 2010 renoviert worden

In den Trümmern des eingestürzten sechsstöckigen Hotel Bayram sollen sich noch immer 50 Menschen befinden. Ihr Schicksal ist ungewiss. Das 47 Jahre alte Gebäude war erst im vergangenen Jahr renoviert worden.

Die Rettungskräfte versuchen weiterhin Überlebende aus den Trümmern zu ziehen:

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