Wut über türkische Regierung: Gouverneur von Van attackiert

Am Tatort des eingestürzten Hotels Bayram hat es am Donnerstag einen heftigen Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Polizei in Van gegeben. Auslöser war ein Besuch des Gouverneurs der Provinz Van, Münir Karaloğlu sowie des türkischen Vizepräsidenten Besir Atalay.

Hatte sich die Gruppe extra versammelt, um zu demonstrieren und auf ein Zusammentreffen mit den beiden Ministern zu warten? Oder waren die 200-300 Menschen nur zufällig vor dem Hotel versammelt, weil sie die Rettungsarbeiten rund um das eingestürzte Hotel Bayram verfolgten und die Minister in diesem Moment vorbei kamen, um die Arbeiten zu begutachten? Das wird nicht ganz klar aus den türkischen Medienberichten. Fakt ist: Als der türkische Vizepräsident Besir Atalay und Münir Karaloğlu, Gouverneur der Provinz Van, bei ihrem Besuch in der Erdbebenregion im Osten der Türkei auf die Gruppe trafen, kam es zu Ausschreitungen.

Demonstranten warfen mit Steinen

Die Demonstranten begannen damit, die Polizei mit Steinen zu bewerfen und forderten den Gouverneur lautstark zum Rücktritt auf. Sie brachten damit ihre Wut über den Mangel an Vorsichts- und Hilfsmaßnahmen der Regierung zum Ausdruck. Nur zweieinhalb Wochen zuvor hatte ein Beben der Stärke 7,2  die Provinz getroffen und über 600 Menschen das Leben gekostet. Einige der Demonstranten skandierten, der Gouverneur habe nach dem großen Erdbeben gesagt, die Gefahr sei nun vorbei und alle, deren Häuser nicht eingestürzt seien, könnten wieder in ihre Häuser.

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Viele der Überlebenden des früheren Bebens am 23. Oktober leben noch immer in notdürftigen Lagern an der frischen Luft und die Temperaturen sinken dramatisch, berichtet „Zaman“. Viele Überlebende hätten sich bitterlich über die nur schleppend vorangehende Verteilung von Zelten beschwert. Überwältigt von der Nachfrage an Zelten in den frühen Tagen der Katastrophe hatten die Behörden beschlossen, so das Blatt, Familien würden Zelte nur verabreicht werden, nachdem ihre Häuser von den Beamten überprüft worden waren, ob sie tatsächlich nicht mehr bewohnbar waren. Nach dem letzten Beben ist die Stromzufuhr in das Gebiet zusammengebrochen.

Bauexperten gaben Hotel Bayram grünes Licht

Das Hotel Bayram war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag – neben 24 anderen Gebäuden – eingestürzt, als ein Erdbeben der Stärke 5,6 (manche Quellen sprechen von 5,7) die östliche Provinz Van erschüttert hatte. Der Besitzer des fünfstöckigen Gebäudes, Aslan Bayram, sagte gegenüber den Medien, die Bauexperten hätten seinem 47 Jahre alten Hotel nach dem Beben im letzten Monat Entwarnung gegeben.

Nach aktuellem Stand starben bei dem Erdbeben am Mittwoch mindestens zehn Menschen und mehr als 20 wurden verletzt. Noch immer werden jedoch Dutzende Menschen in den Trümmern vermisst.

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