Japanische Helferin: So überlebte ich unter den Trümmern

Miyuki Konnai wurde mehrere Stunden nach dem Erdbeben am Mittwoch aus den Trümmern gezogen. Dabei hat ihr allein ein kleines Licht Hoffnung auf Rettung gegeben. Ihre Freude hält sich in Grenzen, denn ihr Kollege Atsushi Miyazaki konnte nicht gerettet werden.

Miyuki Konnai wurde am Donnerstag über fünf Stunden nach dem Erdbeben aus den Trümmern gezogen. Bei den Bildern des eingestürzten Bayram Hotels, in dem sie vom Beben überrascht wurde, scheint das unmöglich. Ein einziger Schutthaufen ist von dem riesigen Gebäude übrig geblieben. Nachdem sie im Krankenhaus behandelt wurde, erzählte sie türkischen Journalisten, wie es ihr unter den Trümmern erging.

Miyuki Konnai ist Helferin der Japon Association For Aid and Relief (ARR). Mit zwei anderen japanischen Helfern kam sie nach dem großen Erdbeben nach Van, um den Menschen Unterstützung zu leisten. Während der Feiertage, dem muslimischen Opferfest, verteilte sie Fleisch an Bedürftige.

Miyuki Konnai: Ich habe Angst vor der Dunkelheit

Sie war im Zimmer 310 untergebracht und der japanische Arzt in 315. Der dritte Helfer war schon abgereist. Beide hatten sich in ihre Zimmer zurückgezogen, um ihre Berichte zu schreiben. „Zwei Seiten hatte ich geschrieben, als die Erde begann zu beben. Plötzlich stürzten die Wände auf mich ein. Nach einer Weile versuchte ich, meine Augen zu öffnen, konnte es aber nicht. Ich öffnete mit Mühe nur mein linkes Auge und alles war dunkel. Ich habe so große Angst vor der Dunkelheit“, erklärt Konnai. Kraft habe ihr in diesem Moment allein ein kleines Licht gegeben.

„Ich habe mich umgeschaut und das Licht meines Laptops gesehen. Das hat mir Hoffnung auf Rettung gegeben. In diesem Moment habe ich die Geräusche der Rettungskräfte gehört. Ich habe sie rufen gehört und habe geantwortet. Sie haben mich jedoch nicht gehört“, erzählt die junge Frau.

Für die Rettungskräfte sind diese Rufe entscheidend. Nur so wissen sie, wer noch am Leben ist und wem sie umgehend helfen sollten. Konnai war das bewusst. Es klingt wie ein Wunder, doch sie sagt: „Ich habe plötzlich den Kühlschrank aus meinem Hotelzimmer neben mir gesehen und dessen Tür war geöffnet. Ich nahm das Wasser und habe mir damit den Mund ausgespült.“ Nur so konnte sie die Retter auf sich aufmerksam machen. Sie wusste, dass ihr nun nichts mehr passieren konnte. „Ich habe geduldig auf meine Rettung gewartet“, sagt Konnai.

Sobald sie aus den Trümmern gezogen wurde, sagte sie dem Rettungsteam, dass Atsushi Miyazaki noch im Zimmer 315 unter den Trümmern liege. Einige Stunden später konnte auch er lebend geborgen werden. Doch seine Verletzungen waren zu schwer. Er starb am Donnerstag im Krankenhaus.

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