Döner-Morde: Holger G. war den Behörden bekannt

Im Zuge der Ermittlungen rund um die bisher unaufgeklärten Morde an acht Türken und einem Griechen ist am vergangenen Wochenende ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Nicht nur in der Szene ist der jedoch kein Unbekannter.

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte sei mitlerweile ein viertes mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation NSU am frühen Sonntagmorgen verhaftet worden. Der 37-jährige Holger G. wurde im niedersächsischen Lauenau dingfest gemacht. Er soll die Gruppierung maßgeblich unterstützt haben.

Konkret soll er Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Januar 2007 seinen Führerschein zur Verfügung gestellt haben. Vor vier Monaten dann auch noch seinen Reisepass. Darüber hinaus soll er Wohnmobile angemietet haben. Bekannt ist Holger G. den Behörden bereits seit 1999. Das bestätigte nun eine Sprecherin des des niedersächsischen Verfassungsschutzes. Jetzt untersucht die Staatsanwaltschaft seine mögliche Beteiligung an den „Dönermorden“ und dem Polizistenmord von Heilbronn.

Insgesamt sollen durch die Organisation zehn Menschen zu Tode gekommen sein. Bei den acht türkischen Opfern handelte es sich meist um Inhaber von Döner-Imbissbuden. Gegenüber der Presse erklärte Innenminister Hans-Peter Friedrich in Berlin, das es nun darauf ankäme herauszufinden, ob es sich hier um Einzeläter oder gar um ein ganzes Netzwerk handeln würde. Die Taten, so die Ansicht des Politikers, offenbarten eine neue Dimension von Terrorismus in Deutschland. Es existiere weder ein Bekennerschreiben noch werde sich in der rechtsextremen Szene mit den Taten gebrüstet.

Zentralrat der Juden in Deutschland fordert NPD-Verbot

Die Gruppe, die sich selbst Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) nennt, wird verdächtigt in der Zeit von September 2000 bis April 2006 in mehreren deutschen Städten insgesamt acht türkischstämmige und einen Bürger griechischen Ursprungs ermordet zu haben. In Heilbronn kam im April 2007 zudem die 22-jährige Polizeibeamtin Michèle K. zu Tode.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert nun erneut ein Verbot der NPD. Obschon direkte Verbindungen bisher nicht nachgewiesen wurden, verlangt Präsident Dieter Graumann jetzt rasche Konsequenzen. Er ist überzeugt: An einem Verbot der NPD führte „kein Weg mehr vorbei“.

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Zwangsheirat und Dönermord


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