Franz Josef Degenhardt: Der „Schmuddelkinder“-Sänger ist tot

Er galt als der Protestmusiker der 60er und 70er Jahre. Sein Titel „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ (1965) verbindet Generationen. Jetzt ist der Liedermacher Franz Josef Degenhardt für immer verstummt. Er verstarb am vergangenen Montag in seinem Heimatort Quickborn.

30 Alben, mehrere Texte und sogar zahlreiche Romane gehen auf das Konto des scharfen Beobachters und Kritikers, der mit kraftvoller Stimme und vehementem Gitarrenspiel nach zehn Jahren Mitgliedschaft 1971 sogar einen Auschluss aus der SPD bewirkte. „Väterchen Franz“, so wurde er nach einem seiner bekanntesten Protestsongs liebevoll genannt, galt seinen Fans als das „liedgewaltige Sprachrohr der westdeutschen Linken“. Am 3. Dezember wäre der engagierte Musiker Franz Josef Degenhardt 80 Jahre alt geworden.

Franz Josef Degenhardt betrachtet Werk als abgeschlossen

„In dieser Epoche haben wir die Schlacht verloren. Aber es geht weiter. Ich hoffe da ganz auf unsere Enkel und Ur-Enkel“, hat der bekennende Kommunist und dreifache Familienvater, der das Singen durchaus auch als eine Form von Therapie verstand, einmal festgestellt. Warum seine Kunst so ist, wie sie ist, fasste der promovierte Jurist bereits kurz vor seinem 75. Geburtstag zusammen: „Es ist ja kein Singen, kein Lesen, kein Malen außerhalb historischer Horizonte möglich. Es ist immer öffentlich, gesellschaftsbezogen und damit auch politisch.“

Letztmals stand Degenhardt im Jahr 2004 auf der Bühne. Sein Werk sah er zu diesem Zeitpunkt bereits als abgeschlossen. Franz Josef Degenhardt wurde nur 79 Jahre alt.

Die ARD beleuchtet in einer Dokumentation die Entstehung des Stück „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“:

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.