Turkish Passport: Eine türkisch-jüdische Rettungsgeschichte

Seit Donnerstag ist der Dokumentarfilm "Turkish Passport" in den deutschen Kinos zu sehen. Der Film zeigt, wie türkische Botschafter während des Zweiten Weltkriegs Juden mit gefälschten Papieren halfen.

„Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt!“. Diese Weisheit, die sowohl im jüdischen Talmud als auch im Koran zu finden ist, leitet den Dokumentarfilm „Turkish Passport“ ein und ist auch das abschließende Zitat. Dieser Satz ehrt die „Gerechten“, die mindestens einem Juden in den Jahren 1933-1945 das Leben gerettet haben.
Die Sondervorstellung des Films „Turkish Passport“, die am Sonntagabend in den Räumlichkeiten des Centrum Judaicum in Berlin statt fand, ehrte das besondere Engagement türkischer Diplomaten zur Zeit der Nazi-Besatzung in Frankreich und anderen europäischen Ländern.

Der Film von Bahadir Arliel, Cemal Noyan und Günes Celikcan zeigt die Geschichte von türkischen Diplomaten, die während der Zeit des Zweiten Weltkriegs vielen türkischen Juden zur Flucht verhalfen und auch nicht-türkischen Juden die türkische Staatsbürgerschaft verschafften. Während dieser Zeit erhielten sehr viele Juden türkische Pässe und konnten so selbstständig oder mit Hilfe der von den Diplomaten bereitgestellten Züge Europa verlassen. Insgesamt konnten mehrere Züge nach Istanbul organisiert und voll gepackt mit vom Terror fliehenden Juden auf die Reise geschickt werden.

„Turkish Passport“ zeigt eine eher unbekannte Geschichte und bereichert die historische Auseinandersetzung mit der Shoa um eine weitere Facette. Im Film verwenden die Filmmacher neben Zeitzeugenberichten auch europäisches und türkisches Archivmaterial. Die Berichte der Zeitzeugen werden szenisch begleitet und schaffen so eine sehr berührende Atmosphäre. Da es sich aber auch um einen bisher weniger bekannte Perspektive handelt, wirft der Film weitere Fragen auf und regt an, sich intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen.

Die Sondervorstellung wurde u.a. von Dervis Hizarci, einem Vertreter der Türkischen Gemeinde Berlin und Bildungsreferent im Jüdischen Museum organisiert. Zu den geladenen Gästen zählten der stellvertretende Botschafter der Türkei, der türkische Generalkonsul, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Botschaft, der Präsident der türkischen Gemeinde Berlin, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Deutschland und Berlin, der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Berlin und andere Vorstandsmitglieder und die Direktorin des American Jewish Committee Berlin. Anwesend war auch die Grundsatzreferentin für Interkulturelle Angelegenheiten des Innensenators Körting, Sawsan Chebli und Teilnehmer des JUMA-Projekts.

Die Moderation hatte der Historiker Ufuk Topkara, der auch darauf verwies, dass der Abend durch seine Rahmenbedingungen, die Kombination aus der Perpektive des Films, dem Organisationsteam und den Räumlichkeiten des Centrum Judaicums, auf eine Weise historisch sei.

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