Türkei will Syrien den Strom abschalten

Die Türkei denkt laut dem türkischen Energieminister Taner Yıldız darüber nach, den Verkauf von Strom ins benachbarte Syrien zu beenden, wenn die Gewalt gegen syrische Regimegegner nicht aufhört. Am Mittwoch soll zudem eine endgültige Entscheidung über Syriens Verbleib in der Arabischen Liga bzw. zusätzliche Sanktionen fallen.

Yıldız sagte am Dienstag:  „Wir versorgen derzeit Syrien mit Strom. Wenn dieser Trend anhält, müssen wir aber vielleicht alle diese Entscheidungen revidieren“, so Yıldız. Zugleich kündigte er an, dass die Türkei die gemeinsamen Ölförderungspläne mit der syrischen Ölfirma TPAO auf Eis gelegt habe.

Bereits Premierminister Recep Tayyip Erdoğan hatte Syrien am Dienstag aufgrund der Angriffe auf türkische diplomatische Vertretungen in Syrien am Wochenende scharf kritisiert. Diese waren nach einer Entscheidung der Arabischen Liga erfolgt, Syriens Mitgliedschaft wegen der seit acht Monaten andauernden grausamen Niederschlagung der Proteste möglicherweise auszusetzen. Der türkische Präsident Abdullah Gül warnte Syrien zudem, die Türkei werde eine „andere Reaktion“ zeigen, wenn sich Angriffe wie die vom Samstag auf die diplomatischen Einrichtungen wiederholt würden.

Entscheidung der Arabischen Liga am Mittwoch

Über die endgültige Entscheidung der Aussetzung von Syriens Mitgliedschaft sowie über konkrete zusätzliche Möglichkeiten von Sanktionen gegen das Land berät die Arabische Liga unter Teilnahme des türkischen Außenminister Davutoglu am heutigen Mittwoch in Marokkos Hauptstadt Rabat. Am Dienstagabend hatte Damaskus mitgeteilt, keinen Vertreter zu dem Treffen in Rabat schicken zu wollen.

Die Aussetzung der Mitgliedschaft Syriens in der Arabischen Liga mit Wirkung ab Mittwochabend war am Samstag entschieden worden. Zwar hatten die syrischen Behörden laut einem Bericht des Staatsfernsehens am Dienstag wohl insgesamt 1180 inhaftierte Gegner von Präsident Bashar al-Assad freigelassen. Doch die Gewalt ging weiter. Wieder sollen allein am Montag mehr als 50 Menschen auf Syriens Straßen ums Leben gekommen sein. Insgesamt starben seit März nach UN-Angaben über 3500 Menschen.

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