Wegen deutschem Freund entführt: Arzu Özmen spurlos verschwunden

Die jesidische Kurdin Arzu Özmen wurde am 1. November von ihren fünf Geschwistern entführt. Sie hatte einen deutsch-russischen Freund. Nun wird sie verzweifelt gesucht. Die Geschwister weigern sich, auszusagen.

Von der verschleppten Kurdin Arzu Özmen fehlt weiterhin jede Spur. Die 18-Jährige wurde am 1. November von ihren vier Brüdern und einer Schwester aus der Wohnung ihres deutsch-russischen Freundes in Detmold entführt. Die Detmolder Polizei erklärte, zwei Zeugen hätten berichtet, aus dem Waldgebiet in Remminghausen in der Tatnacht Schüsse gehört zu haben. 120 Beamte durchsuchen das Gebiet am Mittwoch erneut, wie das Polizeipräsidium Bielefeld am Vormittag auf seiner Website mitteilte.

Nach Angaben des „Westfalenblatts“, hätten die Geschwister zudem bei Bekannten angerufen und um frische Kleidung gebeten. Die Geschwister wurden festgenommen, wollen sich aber nicht zum Verbleib ihrer Schwester äußern. Wen sie in der Nacht angerufen haben, wird noch untersucht. „Es wäre besser, wenn Mitwisser sich bei uns meldeten, denn wir werden sie sowieso finden“, erklärte ein Kriminalbeamter.

Arzus Familie gehörte dem jesidischen Glauben an. Aufgrund ihres Freundes, wurde sie offenbar unter Druck gesetzt. Der jesidische Zentralrat in Deutschland erklärte: „Wegen unserer Religion, die vor dem Christentum entstand, sind wir seit Jahrhunderten verfolgt worden. Das hat dazu beigetragen, dass wir Wert darauf legen, Ehen innerhalb der Gemeinschaft zu schließen. Das mag kritisiert werden, ist aber nicht archaisch.“ Der Zentralrat verurteilte die Tat „aufs Schärfste“ und betonte in der Stellungnahme: „Die Rechtsprechung sollte auch keine vorgeschobenen kulturellen oder gar angebliche religiöse Gründe als mildernde Umstände akzeptieren.“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.