Ist Deutschland auf dem rechten Auge blind?

Während jeder Muslim prinzipiell gefährlich ist, wird die rechtsradikale Bedrohung von Teilen der Bevölkerung toleriert. Fremdenfeindlichkeit in Deutschland nimmt stetig zu.

Ganz Deutschland ist von den Ermittlungsergebnissen der Dönermord-Serie schockiert. Scheinbar existiert nun doch eine Gefahr durch rechtsextremistischen Terror. Vor lauter Schaum vor dem Mund gegenüber islamistischem Terror, wurde der Terror von rechts nicht nur klein geredet und ignoriert, sondern auch versteckt. Eine andere Erklärung kann es nicht geben. Denn obwohl die Täter schon seit 15 Jahren als Mitglieder einer Neonazigruppe im Visier der Beobachter waren, konnten sie jahrelang morden, ohne dass Polizei und Verfassungsschutz davon etwas mitbekamen.

Und das ist möglich, obwohl es seit 1990 mehr als 100 Tote durch rechte Gewalt gab. Ist das nicht genug, um Terror von rechts zu beobachten? Es kann keine plausible Erklärung dafür geben, wie es den Neonazis jahrelang gelang, unentdeckt zu morden und sich zu organisieren. Es wird also mit zweierlei Maß gemessen. Es gab in der Geschichte Deutschlands keinen einzigen Fall bei dem ein Mensch durch islamistischen Terror umgekommen ist. Was aber wäre passiert, wenn die Morde, Taten von untergetauchten Islamisten gewesen wären?

In der Politik, in den Medien und in der Gesellschaft existiert eine permanente Angst vor den Muslimen. Eine Angst, die seit dem 11. September systematisch aufgebaut wird. Sie stehen noch immer unter Generalverdacht. Auch die Politiker haben ihren Anteil daran. Denn mit ihren ständigen Diskussionen über den Islam und die Muslime haben sie diese zum Prügelknaben der Nation gemacht. Die Medien haben mit ihrer undifferenzierten Berichterstattung nicht von Terrorismus, sondern von Islamismus gesprochen. So wurde versucht zu unterstreichen, dass es Muslime sind. Und die können gefährlich sein.

Doch was ist mit Neonazis? Die Bedrohung durch Rechts hingegen wird von Teilen der Bevölkerung toleriert und ignoriert. Während jeder Muslim potentiell gefährlich ist, eine geheime Agenda hat, im Kollektiv handelt und irgendwelchen Zellen angehört, ist bei Rechten immer die Rede vom Einzeltäter oder vom psychologisch Kranken .
Rechtsextremes Gedankengut ist gefährlich und darf nicht mehr klein geredet werden. Allein schon die Zahl der Opfer weckt das Bedürfnis nach einem harten Vorgehen des Staates. Dabei geht es nicht nur um die Täter und Unterstützer, sondern auch gegen Urheber und Propagandisten dieser menschenverachtenden Ideologie. Auch ein Verbot der NPD muss in Erwägung gezogen werden.

Wenn Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zunehmen, muss die gesamte Gesellschaft aktiv werden. Rechtsextremisten gibt es nämlich in allen Bereichen der Gesellschaft. Es gibt sie in Fußballvereinen, in der Feuerwehr, im Schützenverein und in den Heimatvereinen.

Die Gefahr durch Terror von rechts muss, wie auch die Gefahr durch jegliche andere Formen des Terrors, direkt angegangen werden. Immer deutlicher wird nämlich, dass Terror ein generelles Problem unseres Zeitalters ist. Terroristen verbindet nicht eine gemeinsame Kultur oder Religion. Was sie verbindet ist, dass das Leben von Menschen für sie keinen Wert hat.

Ercan Karakoyun

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