Kopten in Kairo angegriffen: Mindestens zehn Verletzte

Angreifer haben am vergangenen Donnerstag koptische Christen während eines Demonstrationszugs in Kairo attackiert. Laut Augenzeugenberichten bewarfen sie die Gruppe mit Steinen und Glasscherben. Mindestens zehn Personen wurden verletzt.

Teilnehmer Hossam Victor berichtet gegenüber der türkischen Tageszeitung „Zaman“, dass am vergangenen Donnerstag etwa 400 Demonstranten durch das Kairoer Viertel Shubra marschiert seien. Der Zug markierte das Ende einer 40 Tage andauernden Trauer, nachdem bei den jüngsten Zusammenstößen 27 Menschen, vor allem Christen, ihr Leben verloren hatten. Daneben richtete sich die Kundgebung auch gegen die in Ägypten übliche Praxis, Zivilisten vor Militärgerichten den Prozess zu machen.

Während ihres Zuges durch die Straßen wurden die Demonstranten von einem sechsstöckigen Gebäude herab mit Steinen, Ziegeln und Glasscherben beworfen. In Folge dessen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen, so berichtet er weiter, mindestens zehn Menschen verletzt wurden, zwei von ihnen schwer.

Polizei musste Kopten vor Angreifern schützen

Nach Einschätzung von Victor handle es sich bei den Angreifern um Anhänger eines ultrakonservativen islamistischen Kandidaten für die ägyptischen Parlamentswahlen, die am 28. November stattfinden sollen. Auch diesmal musste die Polizei einschreiten, um die Demonstranten zu schützen.

Immer wieder kommt es in der ägyptischen Hauptstadt zu Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen. Zuletzt kam es Anfang Oktober zu blutigen Straßenschlachten. 27 Personen wurden dabei getötet, rund 200 verletzt. Ausgang war auch damals ein Marsch von gut 2000 koptischen Christen, die gegen den Brandanschlag auf eine Kirche demonstrierten. Dieser war offenbar von radikalen Muslimen verübt worden. Vor dem staatlichen Fernsehsender eskalierte dann die Situation. Gut 1.000 Sicherheitskräfte mussten aufmarschieren, um das Gebäude zu schützen.

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