Saudi-Arabien: Müssen Frauen bald auch noch ihre Augen verbergen?

Saudi-arabische Frauen mit einer attraktiven Augenpartie steht zu befürchten, dass sie bald auch diese verhüllen müssen. Der ultrakonservative islamisch Staat ist der Auffassung, Damen hätten ihre "verlockenden" Augen in der Öffentlichkeit nicht zu zeigen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag existiert bereits.

Wie Scheich Motlab al Nabet, Sprecher des saudi-arabischen Komitees zur Förderung der Tugend und der Verhinderung des Lasters, nun erklärte, gäbe es derzeit einen Vorschlag, um eine mögliche Verhüllung der Augen auch im Gesetz zu verankern. Das berichtet die britische „Daily Mail“.

Öffentliche Prügel und Auspeitschungen von Frauen

Frauen in Saudi-Arabien sind bereits extrem eingeschränkt. Schon jetzt werden sie gezwungen, einen langen schwarzen Mantel, die so genannte Abaya, zu tragen. Sie müssen ihr Haar vollständig bedecken und in manchen Gegenden auch ihr Gesicht in der Öffentlichkeit verbergen. Bei Zuwiderhandlung drohen den Mädchen und Frauen rigorose Strafen, wie etwa das öffentliche Auspeitschen und Prügeln.

Laut einem Beitrag der Nachrichtenseite „Bikya Masr“ sei der Vorschlag angeregt worden, nachdem ein Mitglied des Komitees als er auf der Straße unterwegs war von den Augen einer Frau angezogen wurde und das Ganze am Ende sogar eine Schlägerei provozierte. Die Frau war mit ihrem Ehemann unterwegs, der im Zuge der Auseinandersetzung zweimal mit einem Messer in die Hand gestochen wurde.

Komitee begeht Menschenrechtsverletzungen

Dem saudi-arabischen Komitee zur Förderung der Tugend und der Verhinderung des Lasters wurden bereits mehrmals Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Gegründet 1940, verweigerte das Komitee Schülerinnen aus einer brennenden Schule in Mekka zu flüchten, weil sie ihre Kopfbedeckungen nicht korrekt angelegt hatten. Die Folge: Bis zu 15 junge Menschen starben. Auch das Autofahren ist Frauen in Saudi-Arabien strengstens untersagt. Das Reisen ohne die Erlaubnis ihres Ehemanns ist ebenso tabu. Erst im vergangenen September kam es fast zu einer öffentlichen Auspeitschung, weil sie eine Frau gegen das Fahrverbot widersetzte. König Abdullah stoppte die Vollstreckung in letzter Minute. Im September kündigte der Monarch zudem einen ersten, wenn auch fragwürdigen Schritt hin zu mehr Demokratie an, indem er Frauen für die Kommunalwahlen 2015 das Wahlrecht gewährte.

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