Syrien lässt Beobachter ins Land: Das Blutvergießen geht weiter

Syrien hat am vergangenen Freitag einer Forderung der Arabische Liga zugestimmt, Beobachter ins Land zu lassen. Allerdings unter eigenen Bedingungen. Unterdessen geht das Blutvergießen weiter. Erneut gab es bei Zusammenstößen zahlreiche Todesopfer zu beklagen.

Das Zugeständis des Regimes Bashar al-Assad, das mit zahlreichen Änderungswünschen im Protokoll der Liga einhergeht, wird von Kritikern jedoch mit Skepsis betrachtet. Noch scheint nicht eindeutig klar, ob es sich erneut um eine reine Hinhaltetaktik handelt oder Syrien dem internationalen Druck nun tatsächlich ein Stück weit nachgibt.

Wie die türkische Zeitung „Zaman“ berichtet, gehen einige davon aus, dass Assad in der Tat lediglich versuche die Lage nach außen hin zu entschärfen, während im Land selbst das Morden, welches nun schon acht Monate andauere und nach UN-Schätzungen bereits rund 3500 Menschen das Leben gekostet habe, weitergehe. Die Zustimmung, nun doch Beobachter einreisen zu lassen kam, nachdem die Arabische Liga zuletzt den Druck auf das Regime überraschend erhöht hat. So wurde nicht nur ein Friedensplan ausgearbeitet, das Land wurde auch aus der Organisatio verbannt. Das Land ist nunmehr isoliert. Es verbleiben lediglich China, Russland und der Iran.

Diplomatie: Syrien ist weitestgehend isoliert

Erst am vergangenen Mittwoch war die Liga in der marokkanischen Hauptstadt Rabat zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Aussetzung der Mitgliedschaft Syriens war bereits am letzten Samstag beschlossen worden. In der Folge wurden die diplomatischen Vertretungen mehrerer Länder in Syrien, darunter die der Türkei, von Assad-Anhängern attackiert.

Unterdessen eskalierte die Gewalt in Syrien in der vergangenen Woche erneut. Einmal mehr lieferten sich Dissidenten und Armee heftige Gefechte. Wie aus Aktivistenkreisen laut wird, haben Assads Sicherheitskräfte allein am vergangenen Freitag 16 Regierungsgegner umgebracht. In den vergangenen Monaten ein fast schon regelmäßig wiederkehrendes Bild nach den Freitagsgebeten, wenn immer wieder tausende Menschen gegen das Regime auf die Straße gehen.

Beobachter sollen die Zivilbevölkerung schützen

Die Beobachter sollen nun weitere Gewalt im Land verhindern und dem Waffenstillstand, den Damaskus in der vergangenen Woche eigentlich zugestimmt hat, überwachen. Wie effektiv die Beobachter jedoch arbeiten können, das bleibt abzuwarten. Abschließende Details, wie die Mission der Staatengemeinschaft vonstatten gehen soll, sind noch auszuhandeln. Geplant sei bisher die Entsendung von 40 Ärzten, Anwälten und Militärexperten.

Auch am vergangenen Freitag gingen wieder tausende Menschen in Homs auf die Straße:

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