Occupy Wall Street: Studenten mit Pfefferspray attackiert (Video)

Das Video von Studenten, die von einem Polizisten mit Pfefferspray angegriffen werden, verbreitet sich derzeit wie ein Lauffeuer im Internet. Die jungen Leute auf dem Campus der Universität von Kalifornien Davis wollten am vergangenen Freitag ihre Sympathie für die Occypy Wall Street-Bewegung zum Ausdruck bringen. Das rigorose Vorgehen gegen die gefesselten Demonstranten schockiert. Rücktrittsforderungen gegen Rektorin Linda Katehi werden laut.

Der Polizeibeamte scheint keine Miene zu verziehen. Er zückt sein Pfefferspray, präsentiert es noch einmal den anwesenden Fotografen und zielt dann seelenruhig auf die vor ihm am Boden sitzenden Studenten. Passiv war deren Demonstration für die Occupy Wall Street-Bewegung bisher abgelaufen. Einer Aufforderung, ihr Camp zu verlassen, hatten sie sich jedoch widersetzt, Warnungen der Polizisten in den Wind geschlagen. Dass die Staatsgewalt dann aber tatsächlich derart agiert, damit hatte wohl keiner gerechnet.

Elf Studenten müssen sich nach der Attacke in ärztliche Behandlung begeben. Zwei junge Leute landen sogar im Krankenhaus. Zehn Protestierende werden verhaftet. Methoden, die in Hochsicherheitstrackten US-amerikanischer Gefängnisse eingesetzt werden, um Schwerstverbrecher außer Gefecht zu setzen, haben jetzt offenbar Einzug in die Bekämpfung friedlicher Proteste gefunden. Übrigens allein, um die Demonstranten zum Aufstehen zu bewegen.

Linda Katehi stellt sich auf Seite der Occupy-Sympathisanten

Auch Universitäts-Rektorin Linda Katehi ist schockiert. Das kursierende Video bezeichnet sie als “schaurig”. Es, so heißt es in ihrer Nachricht auf der Internetseite der Universität, werfe eine Menge Fragen darüber auf, wie mit solchen Situationen am besten umgegangen werden müsse.

Dennoch wurden Rücktrittsforderungen gegen sie laut. Nach Meinung der Davis Faculty Association habe Katehi die Untersuchung der Spray-Attacke behindert. Dass sie dem Polizeieinsatz zugestimmt habe, sei ein absolutes Versagen ihrer Person. Die stellt sie sich nun trotzdem auf die Seite der Occupy-Sympathisanten und bezeichnet das Vorgehen als “traurig und völlig unangemessen”. Jetzt soll, wenn es nach dem Willen der Rektorin geht, eine Task-Force die Angelegenheit untersuchen. An einen Rücktritt, so lässt sie auf einer Pressekonferenz am vergangenen Samstag verlauten, denke sie nicht. “Ich glaube nicht, dass ich die Richtlinien der Institution verletzt habe”, so Katehi. “Ich persönlich habe sehr hart gearbeitet, um diesen Campus zu einem sicheren Campus für alle zu machen.”

Von Seiten der Polizei wird das Vorgehen allerdings ganz anders bewertet. Aus deren Kreisen heißt es, dass es sich hierbei um eine Standardprozedur der Beamten handle. In den USA kann Pfefferspray jederzeit von Polizeibeamten auch gegen Personen eingesetzt werden. Und eben auch, um diese zum Aufstehen zu zwingen – ohne das Risiko einzugehen, dabei selbst verletzt zu werden.

Rigoroses Vorgehen der Polizei nimmt zu

Polizeieinsätze dieser Art gegen Occupy Wall Street-Demonstranten fanden in den USA bereits in Portland oder auch in Seattle statt. Opfer waren dabei nicht nur junge Leute. Die Beamten scheuten sich nicht, etwa einer 84-jährigen Seniorin direkt ins Gesicht zu sprühen. In New York war dann auch mit der Solidarität unter den Beamten Schluss. Ein pensionierter Kamerad, der sich den Demonstranten angeschlossen hatte, wurde festgenommen.

Hier ein Ausschnitt der Szenen auf dem Campus in Kalifornien:

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