Geert Wilders: Abdullah Gül soll bleiben, wo er ist

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, einer der wichtigsten Verbündeten der regierenden christlich-liberalen Koalition, hat am vergangenen Samstag einen geplanten Besuch des türkischen Präsidenten Abdullah Gül abgelehnt. Der Grund: Die Türkei sei ein "islamistisches Regime".

Wilders Partei, die die drittgrößte Kraft im niederländischen Parlament ist, stellt sich gegen eine engere Beziehung von Europa mit der Türkei und unterstützt die Minderheitsregierung hin zu einer härteren Einwanderungs-und Integrationspolitik.

Wilders erhebt Vorwürfe gegen Gül und Erdoğan

Der türkische Präsident Abdullah Gül wurde eingeladen, die Niederlande anlässlich der Feierlichkeiten zum 400-jährigen Bestehen der Beziehungen zwischen Holland und der Türkei im kommenden Jahr zu besuchen. In einem Kommentar für die Tageszeitung „De Volkskrant“ stellt sich Geert Wilders nun gegen diese Einladung und schreibt, dass Gül in Ankara bleiben solle. „Es gibt nichts zu feiern. Das islamistische Regime von Gül und sein Parteifreund und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sind keine echten Freunde des Westens und daher auch nicht von den Niederlanden“, so Wilders. „An allen Orten, die Erdoğan besucht, erklärt er, dass sich die türkischen Migranten nicht anpassen sollten. Die Türkei will nicht europäisch werden, sondern will Europa islamisieren.“

Konflikte zwischen Türkei und Holland schon 2009

Im Jahr 2009 sagte ein parlamentarischer Ausschuss der Niederlande einen Besuch in der Türkei ab, nachdem sich türkische Regierungsbeamte weigerten Wilders, der den Islam mit dem Nationalsozialismus verglichen, aber im Juni des gleichen Jahres vom Vorwurf der Hassreden freigesprochen wurde, zu treffen. Im gleichen Jahr wurde ein Sprecher des türkischen Außenministeriums vom niederländischen öffentlich-rechtlichen Sender NOS mit den Worten zitiert, Wilders sei ein Rassist und in der Türkei nicht willkommen.

In seinem Artikel führt Wilders nun weiter aus, dass der Islam „fundamental intolerant“ gegenüber dem Judentum, Christentum und dem Humanismus sei. Der niederländische Außenminister Uri Rosenthal sagte, Güls Besuch stehe ganz in Übereinstimmung mit der langen Beziehung, die beide Länder zueinander hätten. Die Feierlichkeiten würden sich auf gegenseitige wirtschaftliche Interessen konzentrieren.

Mitarbeiter der türkischen Botschaft in Den Haag haben sich bisher nicht zu Wilders Forderung geäußert.

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