15-Jähriger erschossen: Er wollte nicht für Assad demonstrieren

"Schießt noch einmal auf ihn, damit er auch sicher stirbt!": Ein 15-jähriger Junge wurde vor den Augen seiner Klassenkameraden niedergestreckt. Er hatte sich geweigert an einer Kundgebung für den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad teilzunehmen.

Nachdem ein 15-jähriger Schulbub von Sicherheitskräften des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad erschossen wurde, ist der Druck auf das Regime noch weiter angestiegen. Das einzige Verbrechen, das Mohammed Mulla Eissa, so der Name des Teenagers, begangen hatte, war sich zu weigern an einem Demonstrationszug für das Regime teilzunehmen, zu welchen die Milizionäre, die eigens dafür in die Schule kamen, aufgefordert hatten. Das berichtet die „Daily Mail“.

Der Junge wurde noch vor den Augen seiner Klassenkameraden erschossen und mit Knüppeln traktiert – und dann, nach dem Befehl eines der Sicherheitsleute schließlich ermordet. „Schießt noch einmal auf ihn, damit er auch sicher stirbt!“, diese Worte werden seine Klassenameraden sicherlich nie mehr vergessen. Insgesamt sind nun 282 Kinder während des Aufstands in Syrien ermordet worden. Allein dieser Fall könnte sich drastischer als die übrigen auf das Regime Assads auswirken.

20.000 Trauernde bei Feier für Mohammed Mulla Eissa

Der Tod von Mohammed Mulla Eissa blieb nicht im Verborgenen. Videos über seine regelrechte Hinrichtung kursierten. An seiner Beerdigung am 13. November nahmen gut 20.000 Trauernde teil. Die Straße, in der er in Deir al-Zour – im Osten des Landes – lebte, wurde posthum nach ihm benannt. Mittlerweile wird der Junge zu einer Art Ikone des Widerstands gegen Bashar al-Assad hoch stilisiert. Einige nennen ihn sogar einen Märtyrer.

An seiner Schule hatte Mohammed früher den Ruf eines Rebellen. Er wurde sogar schon einmal suspendiert, weil er sich gegen die regimefreundlichen Darstellungen in den Geschichtsbüchern der Schule stellte. Dass er am Ende nicht an einer Kundgebung für das Regime teilnehmen wollte, erschien da wenig überraschend. Ob sich die Situation, in der Mohammed starb, wirklich exakt so zugetragen hat, wie sie derzeit weitergetragen wird, ist unterdessen nicht vollständig geklärt. Einige meinen, die Sicherheitsleute hätten ihn erst nach der Schule erwischt. Nichtsdestotrotz erscheint seine Geschichte als warnendes Beispiel dafür, wie Assad mit seinen Gegnern umgeht. Seit Beginn der Aufstände im vergangenen Januar starben bereits gut 4000 Menschen.

Bashar al-Assad will sich internationalem Druck nicht beugen

Mittlerweile wurde Syrien aus der Arabischen Liga ausgeschlossen. Doch das Blutvergießen geht unvermindert weiter. Erst an diesem Sonntagmorgen schlugen in ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in Damaskus Granaten ein. Der Präsident hatte zuvor ein Ultimatum der Arabischen Liga ignoriert. Dem Druck aus dem Ausland, so machte Assad in einem Interview mit der „Sunday Times“ deutlich, werde er sich nicht beugen. Im Falle einer ausländischen Intervention werde er „kämpfen und sterben“.

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