Gewalt und Tote vor den Wahlen in Ägypten

Am Wochenende sind bei Protesten gegen den Militärrat in Ägypten mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Polizei und Soldaten feuerten Gummigeschosse auf die Demonstranten ab und setzten Knüppel sowie Tränengas ein. Aber auch scharfe Munition kam offenbar zum Einsatz.

Vor den Parlamentswahlen in einer Woche in Ägypten sind bei Unruhen Hunderte Menschen verletzt und mindestens elf Menschen getötet worden. Begonnen hatten die schlimmsten Ausschreitungen seit Monaten in Ägypten am Samstag, als Sicherheitskräfte ein Zeltlager auf dem Tahrir-Platz zu räumen versucht hatten. Daraufhin gingen etwa 5.000 Demonstranten auf die Straße und forderten ein Ende der Militärdiktatur sowie den Rücktritt des Feldmarschalls Hussein Tantawi, Ägyptens militärischem Herrscher und Mubaraks langjährigem Verteidigungsminister. Verlangt wird, dass die herrschenden Militärs unverzüglich ein Datum ankündigen, an dem ihre Macht an eine gewählte Regierung übergeben wird.

Die Demonstranten befürchten, dass das Militär auch nach den Wahlen die Macht über eine zivile Regierung behalten will und dass die versprochenen Reformen nicht umgesetzt werden. Sie skandierten „Freiheit, Freiheit!“ und bewarfen die Polizei mit Steinen. Mindestens elf Menschen starben, einige davon an Schussverletzungen, wie vom ägyptischen Gesundheitsministerium bestätigt wurde. Der Tahrir-Platz war im Februar des Jahres zentraler Ort der 18 Tage dauernden friedlichen Proteste, die den Diktator Hosni Mubarak nach 30-jähriger Herrschaft aus dem Amt vertrieben hatten.

UPDATE: Das ägyptische Gesundheitsministerium gibt die Zahl der Toten inzwischen mit 20 an.

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