Zwei Verletzte bei Attacke auf türkische Pilger in Syrien

Auf dem Rückweg aus dem saudi-arabischen Wallfahrtsort Mekka in die Türkei wurden am Wochenende türkische Pilger in Syrien von Soldaten mit Waffen angegriffen. Fünf Pilger wurden festgenommen, zwei verletzt.

Den türkischen Medien zufolge hatte sich ein Bus auf dem Rückweg vom Opferfest Eid Al-Adha versehentlich verfahren und war auf eine falsche Strecke geraten. Türkische Pilger, die schließlich in einer syrischen Ortschaft nahe Hama  nach dem richtigen Weg fragten, wurden von syrischen Soldaten zunächst einmal beschimpft und daraufhin attackiert. Fünf Pilger wurden von syrischen Soldaten festgenommen.

Einer der Verletzten schwebt in Lebensgefahr

Dieselbe Pilgergruppe wurde später nahe der Stadt Homs von syrischen Soldaten mit Waffen angegriffen. Syrische Soldaten sollen auf türkische Pilger, die hier nach dem Weg fragten, geschossen haben. Dabei wurden zwei Pilger verletzt. Einer von ihnen soll sich noch immer in Lebensgefahr befinden.

Ferner sollen syrische Soldaten die türkischen Pilger beraubt haben, so die Aussagen von einigen Pilgern aus dem angegriffenen Bus. Die Soldaten verlangten jeweils 400 Dollar von türkischen Pilgern, die sich weigerten, zu zahlen. Daraufhin wurden sie von syrischen Soldaten mit Stöcken geschlagen und mit Steinen beworfen.

Soldaten eröffneten Feuer auf den Bus

Der Fahrer eines der Busse, Erhan Sürmeli, berichtet laut „Zaman“ gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press am Telefon: „Wir hatten an einem Kontrollpunkt gestoppt. […] Syrische Soldaten kamen hinter Sandsäcken hervor und verfluchten den [türkischen Ministerpräsidenten] Recep Tayyip Erdoğan, als wir ihnen sagten, wir seien Türken. Dann haben sie plötzlich das Feuer auf den Bus eröffnet.“

Die fünf festgenommenen Pilger konnten inzwischen mit Hilfe des türkischen Auswärtigen Amtes aus der Haft entlassen werden. Zurzeit befinden sich weitere 500 Busse mit türkischen Pilgern auf dem Rückweg in die Türkei. Auch zwei weitere Busse sollen attackiert worden sein.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die türkisch-syrischen Beziehungen durch den Vorfall weiter verschlechtern werden. Bereits nach dem Wochenende vor acht Tagen, als Assad-Anhänger die türkische Botschaft in Damaskus angegriffen hatten, kritisierte Premier Erdogan Syrien scharf. Auch der türkische Präsident Gül hatte Syrien gewarnt, bei einem erneuten Vorfall werde die Türkei eine „andere Reaktion“ zeigen. In Syrien geht die Gewalt gegen Oppositionelle indes auch nach der Aussetzung der Mitgliedschaft des Landes in der Arabischen Liga unvermindert weiter. Eine militärische Intervention lehnt die Türkei dennoch ab.

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