Erdogan: Nazi-Morde ein Komplott wie Ergenekon

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich besorgt über die Türkenmorde in Deutschland, aber auch mögliche Verwicklungen des Staates geäußert. In puncto Aufklärung der rechtsterroristischen Fälle könne sich Deutschland ein Vorbild daran nehmen, wie die Türkei mit dem Fall Ergenekon umgegangen sei.

Erdogan sagte am Dienstag vor den Abgeordneten seiner Regierungspartei AKP in Ankara: „Ein Ereignis, das ebenso die Türkei betrifft, hat in Deutschland stattgefunden. Morde, die seit dem Jahr 2000 passierten, werden nun aufgedeckt. Acht Türken und ein Grieche wurden von Rechtsextremisten ermordert. Aber es kam auch heraus, dass diese Morde Spuren einer verstecken Organisation ausweisen.“

Zudem brachte Erdogan Befürchtungen zum Ausdruck, staatliche Stellen könnten in den Fall möglicherweise in irgendeiner Form involviert sein. In Anspielung auf die seit 2007 laufenden Ermittlungen gegen die mutmaßliche Verschwörergruppe Ergenekon, der die Planung eines Regierungsputsches vorgeworfen wird, betonte er, Deutschland könne sich die Türkei in diesem Punkt zum Vorbild nehmen: „Es hat sich herausgestellt, dass die Vorfälle in Deutschland nicht einfach nur rassistische Übergriffe waren. Ich empfehle, dass Deutschland die Auseinandersetzung mit dem ‚tiefen Staat‘ in der Türkei als Vorbild nimmt.“

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Erdogan nutzte zudem in seiner Rede die Gelegenheit dazu, seine Vorwürfe gegen die unlautere Tätigkeit deutscher politischer Stiftungen und deutscher Kreditinstitute in der Türkei zu erneuern und sprach von diversen Komplotten „gegen die Türkei, Türken und gegen Ausländer“ in Deutschland. Erdogan hatte im Oktober deutschen Stiftungen vorgeworfen, indirekt die Terrororganisation PKK zu unterstützen. Erdogan: „Wir wissen, dass in Deutschland gegen die Türkei, die Türken und gegen Ausländer verschiedene Komplotte organisiert wurden. Ich habe erneut angesprochen, dass nicht nur deutsche Stiftungen, sondern auch Kreditinstitute in diese Machenschaften verwickelt sind. Wenn Ihr über dieses Thema mehr erfahren wollt, dann verfolgt besonders diese Umstände. Das habe ich betont.“

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