Rechtsterror: Stiefvater der ermordeten Polizistin bestreitet NSU-Kontakte

Ralf Kiesewetter, Stiefvater der 2007 getöteten Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter, hat den Verdacht bestritten, seine Stieftochter könnte aufgrund bei ihm bestehender Neonazi-Kontakte gezielt Opfer der Rechtsterroristen geworden sein.

Am Montag war nach einer Sondersitzung des Innenausschusses der Verdacht laut geworden, dass der Stiefvater als Wirt einer unter Rechtsradikalen beliebten Kneipe höchstwahrscheinlich Kontakt zu Uwe Mundlos, Teil des Zwickauer Neonazi-Trios, gehabt habe. Dies lasse den Schluss zu, dass die Neonazi-Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) den Mord an Kiesewetter offenbar gezielt geplant habe, hieß es. Es scheine eine Beziehung zwischen Kiesewetters Familie und der rechtsextremen Gruppe gegeben zu haben, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes am Montag in Berlin.

Nun klärte der 58-Jährige gegenüber der „Ostthüringer Zeitung“ auf, weder die aus Oberweißbach stammende Polizistin Michèle Kiesewetter noch sonst jemand aus seiner Familie hätte jemals Kontakt zu Uwe Mundlos oder einem anderen Mitglied der Rechtsterroristen gehabt.

Zudem  sagte er: „Frei erfunden ist die Meldung, wonach ich ein Lokal besessen haben soll, in dem sich die rechte Szene traf“, so Ralf Kiesewetter. Für den Gasthof in Lichtenhain an der Bergbahn, um den es dabei geht, habe er sich zwar 2005 als Pächter beworben, diesen habe dann aber ein anderer übernommen – offenbar ein Jenaer mit Verbindungen zu Rechtsextremisten, so berichtet das Blatt. Er selbst habe sich damals parallel um ein zweites Objekt beworben und dieses auch mit seiner jetzigen Frau gekauft. Zu dem weiteren Verdacht, er habe einen Koch beschäftigt, der mit Beate Zschäpe verwandt ist, sagte Ralf Kiesewetter, dies sei nicht zutreffend.

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