Erfroren in Van: Sechsjähriges Mädchen stirbt im Erdbebengebiet

Nur wenige Tage, nachdem zwei Kinder in einem Flüchtlingszelt im türkischen Erdbebengebiet Van verbrannten, hat nun erneut ein Kind sein Leben verloren. Ein sechsjähriges Mädchen starb wahrscheinlich an Kälte und Unterernährung.

Der verheerenden Erdbebenkatastrophe vom 23. Oktober konnten sie trotzen. Den widrigen Umständen unter denen sie jetzt ausharren müssen, nicht. Jetzt verlor ein siebenjähriges Mädchen ihr Leben. Sie starb vermutlich an den Folgen der Kälte und Unterernährung. Das berichtet die türkische Zeitung „Hürriyet“.

„Wir haben das Erdbeben überlebt und konnten uns im letzten Moment retten, doch meine Tochter ist gestorben“, klagt Pakize Örgün, die Mutter der toten Öznur Örgün. Jetzt hat sie Angst, dass ihre kleinen Zwillingsmädchen ebenfalls sterben könnten. Beide befinden sich derzeit in einem Krankenhaus. Die sechsjährige Öznur, die in einem provisorischen Apartment-Anbau aus Nylon untergebracht war, weil die Wohnung ihrer Eltern durch das Beben massiv beschädigt wurde, erkrankte am 14. November. Von einer Polizeistreife wurde sie dann in ein hiesiges Hospital gebracht. Doch die Kleine verstarb nach nur einer Nacht auf der Intensivstation.

Waisen von Van leiden am meisten unter der Situation

Mittlerweile sind sieben Kinder den extremen Bedingungen im Katastrophengebiet von Van erlegen. 188 Kinder haben ihre Eltern verloren. Zwar gibt es Hilfe für diese Waisen, einige konnten auch in die Obhut von Verwandten übergeben werden, sind es vor allem sie, die unter der extremen Situation leiden. „Wir sind verzweifelt. Wir haben keinen Platz, an den wir gehen können. Ich weiß nicht, was wir tun sollen. Niemand gibt uns eine helfende Hand. Wir haben unter diesen Nylonbahnen Zuflucht gefunden, die wir uns selbst gebaut haben. Falls das so weiter geht, dann werden wir alle sterben“, warnt Cemil Örgün.

Offiziell heißt es, Öznur Örgün sei an Unterernährung, extreme Dehydrierung und Kälte gestorben, obwohl sie mit Durchfall, Erbrechen und einer Erkältung ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Mehr als 50.000 Menschen haben Van verlassen

Das Beben von Ende Oktober löste in der Stadt einen massiven Exodus aus. Laut dem Büro des Gouverneurs mussten  51,000 Bürger evakuiert werden. Andere flüchteten auf eigene Faust. Nur 5000 Flüchtlinge wurden an den Ort ihrer Wahl verbracht. Der Rest harrt weiter aus.

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