Tote Türken: Holländische Politikerin will Fälle wieder aufrollen

Die holländische Politikerin Emine Bozkurt hat angekündigt, dass sie verdächtige Todesfälle von Türken in europäischem Gewahrsam dem Europäischen Parlament vorbringen werde.

Bozkurt, selbst Mitglied des holländischen Parlaments und türkischstämmig, erklärte in einer Stellungnahme von diesem Mittwoch, dass sie die Themen Haftbedingungen, die Verletzung von Rechten der Gefangenen sowie Todesfälle während der Haft in Gefängnissen der EU-Mitgliedsstaaten im Rahmen einer Generalversammlung des Europäischen Parlaments vorbringen werde.

İhsan Gürz starb in einer holländischen Arrestzelle

Zu Grunde liegt der Fall des 22-jährigen İhsan Gürz, der Anfang Juli dieses Jahres in der Arrestzelle einer holländischen Polizeistation tot aufgefunden wurde. Während seine Familie und Freunde der Überzeugung sind, dass sein Tod auf massive Polizeigewalt zurückzuführen sei. Sprechen die holländischen Behörden dagegen von einer tödlichen Herzattacke.

Bereits vor einem Jahr hat Bozkurt die Türkei gemeinsam mit einer Delegation des Europäischen Parlaments besucht. Dort trafen sie mit Mitgliedern der Menschenrechtskommission des Türkischen Parlaments zusammen. Die türkischen Parlamentsmitglieder baten Bozkurt ihre Kollegen in Brüssel dazu zu bewegen den Fall Gürz weiter zu untersuchen. Der Präsident der Parlamentarischen Kommission für Menschenrechte, Ayhan Sefer Üstün, hat sich mit der Bitte schriftlich an Bozkurt gewandt. Der Brief, so die Politikerin sei bereits an den holländischen Außenminister Uri Rosenthal übergeben worden. Im kommenden September will sie das Thema vor dem Europäischen Parlament vorbringen.

Weitere türkische Opfer in Europa

Bozkurt stellte jedoch heraus, dass diese Art der Menschenrechtsverletzungen, wie sie im Fall von İhsan Gürz geschehen sind, nicht nur in den Niederlanden vorkämen. Sein Tod sollte daher in Zusammenhang mit anderen Vorfällen innerhalb Europas betrachtet werden. In der Tat war der junge Mann nicht der erste Türke, der in Haft verstarb. Bekannt ist zum Beispiel auch noch der Fall von Ekrem Şahin. Der 23-Jährige sollte eine zweijährige Haftstrafe in Dänemark verbüßen. Nachdem er mehrmals von den Sicherheitskräften verprügelt wurde und darauf hin ins Koma fiel, starb er Anfang dieses Jahres. Im Februar 2008 gab es auch in Deutschland ein Todesopfer. Ein Türke wurde von der Polizei in Hagen körperlich misshandelt. An den Verletzungen, die sich Adem Özdamar sich während des Gewahrsams zuzog, erlag er.

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