Jan Delay auf Facebook: „Ich rufe nicht dazu auf Musik zu klauen!“

Erst am vergangenen Mittwoch hat der bekannte deutsche Musiker Jan Delay eine wahre "Facebook-Welle" losgetreten. Seine Kritik an so genanten Abmahn-Anwälten und die damit einhergehende Aufforderung, "saugt bitte alle ruhig weiter" sorgte für ordentlich Wirbel. Jetzt konkretisiert er seinen Pinnwand-Eintrag.

6844 Personen haben bis zu diesem frühen Freitagabend ihre Zustimmung bekundet. 358 Facebook-Mitglieder regten die Zeilen vom einstigen „Beginner“-Star Jan Delay zu einem Kommentar an. Doch was trieb die Leute in Scharen auf die Seite von Jan Phillip Eißfeldt? Der hatte zur Wochenmitte seinem Ärger über das derzeitige Gebaren mancher deutscher Juristen in einen kleinen Pinnwand-Eintrag gepackt. Dort schreibt er ganz ohne Umschweife:

„mal n paar harte zahlen und fakten: im letzten jahr hat es 800.000 (!) abmahnungsverfahren wg. illegalen downloads gegeben. heißt: windige anwälte beschäftigen billiglöhner, die den ganzen tag nix anderes tun als ip-adressen von illegalen saugern aufzuschreiben um diese mit einem bußgeldbescheid von durchschnittlich 1500 euro abzumahnen und mit Gerichtsverfahren zu drohen falls nicht gezahlt wird. heraus kommt das stolze sümmchen von 1,2 Milliarden (!!), welches unter den anwälten und den plattenfirmen gesplittet wird. die künstler sehen davon nix! das sind alles miese schweine!! saugt bitte alle ruhig weiter, und lasst euch nicht erwischen! kein peer 2 peer!! und wenn es Künstler gibt, die ihr schätzt und die sich den arsch aufreißen um gute platten zu machen: bitte supported sie!!“

Jan Delay räumt Fehler ein und schlägt neues System vor

Welche Aufmerksamkeit er mit diesen wenigen Zeilen lostreten wird, war dem Hamburger offenbar gar nicht bewusst. Denn jetzt, zwei Tage später, sieht sich der Künstler dazu veranlasst, seine impulsiven Worte in einem ausführlichen Facebook-Eintrag zu erläutern. Nun stellt er klar: „ich rufe nicht dazu auf grundsätzlich musik zu klauen! ich rufe dazu auf, sich nicht beim saugen von schlechter – oder ohne herzblut gemachter musik erwischen zu lassen! und ich rufe dazu auf, künstler die man für gut befindet zu supporten indem man ihre musik kauft!“ Auch seine Plattenfirma, so schreibt er weiter, habe in dieser Sache ein wenig Aufklärungsarbeit leisten müssen und ihm erklärt, dass er sehr wohl an diesen Einnahmen partizipiere.

Labels sollen korrekte Lösung für alle suchen

Doch obwohl er im Eifer des Gefechts wohl etwas vorschnell gewesen war. Er bleibt dabei: „dieses ekelige kriegsgewinnler geld will ich aber gar nicht haben! ich werde das komplett spenden, auch in zukunft! und es ändert nichts daran, daß ich diese art von geschäftemacherei um die einbrechenden umsätze zu kompensieren ein unding finde! anwälte, die ihr komplettes geschäft darauf basieren lassen kids, studenten oder sonst wen mit abstrusen summen abzuzocken, sind miese schweine!“ Seine Lösung: Ein komplett neues System, die der 35-Jährige auch gleich mit einem weiteren Appell verbindet: „also liebe leute! KAUFT die musik, die ihr gut findet und schätzt!  liebe kollegen! macht tolle und unwiderstehliche musik die den leuten beweist, wie wertvoll das ist!  und liebe labels und verantwortliche! findet eine korrekte lösung“

Jan Delay war übrigens schon mit Mesut Özil im Studio. Hier das Ergebnis:

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