NATO-Attacke: Pakistaner fordern harte Maßnahmen gegen USA

Pakistan zieht Konsequenzen: Die Beziehungen zu den USA und der NATO werden auf den Prüfstand gestellt und die Grenze ist vorerst für Versorgungslieferungen an die NATO gesperrt. Die Lieferanten befürchten nun weitere Gefechte.

Der Vorfall am Sonntag scheint ein „friendly fire“ zu viel gewesen zu
sein. Schon vor einem Jahr kam es zu einem ähnlichen Vorfall, als
US-Drohnen pakistanische Stützpunkte attackierten. Auch hier hatte Pakistan
die Grenze für NATO-Lieferungen gesperrt, doch eine Entschuldigung der USA
reichte aus, um diese nach 10 Tagen wieder zu öffnen. Die Tötung Osama Bin Ladens durch amerikanische Spezialkräfte löste weitere Spannungen aus.

Diesmal fordern Pakistaner härtere Maßnahmen. Die pakistanische Zeitung
„The Nation“ meint, die Grenzsperrung sei nur ein erster Schritt. Der zweite Schritt müsse eine „Loslösung vom US-Kampf gegen den Terror“ sein. Pakistaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen die NATO und die USA zu protestieren.
An der Grenze zu Afghanistan stanen allein bis Sonntag 300 LKW. 30 Prozent ihrer Versorgung erhält die NATO über diesen Weg. Der Vorfall sei ein „Angriff auf die pakistanische Souveränität“ erklärte Premier Yusuf Raza Gilani. Die LKW-Fahrer, die an der Grenze festsitzen haben dagegen andere Sorgen. Sie befürchten einen terroristischen Angriff, erklärte Saeed Khan. Allein im letzten Jahr, als Pakistan die Grenze für 10 Tage sperrte, seien 150 Versorgungs-Trucks angegriffen worden, berichtet „AP“.

Außenministerin Clinton spricht Pakistan ihr „tiefstes Beileid“ aus. Gleichzeitig sprechen die ISAF-Truppen von Selbstverteidigung. Pakistanischen Berichten zufolge haben die 40 Soldaten in den Grenzstützpunkten geschlafen, als sie attackiert wurden. ISAF-Sprecher aus Kabul erklärten, ihre Truppen hätten Militante an der Grenze verfolgt. Diese hätten dann nach Luftunterstützung verlangt und auf die Orte geschossen aus denen vermutlich feindliches Feuer kam. Über 20 Soldaten kamen bei dem Angriff ums Leben. Die Grenze zu Pakistan sei allerdings sehr unübersichtlich. Pakistanische Militärstützpunkte seien nicht als solche erkennbar und auch das Militär habe keine Uniform, was die Arbeit der Truppen erschwere. Das berichtet der „Guardian“.

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