Atheisten: EU bevorzugt religiöse Gruppen

Atheisten fühlen sich in Europa benachteiligt. Den religiösen Organisationen werde eindeutig mehr Beachtung geschenkt. Die European Humanist Federation (EHF) fordert einen gleichberechtigten Dialog.

„Es gibt bei Beratungen eine klare Bevorzugung von religiösen Vertretern“, beschwert sich David Pollock, Vorsitzender der European Humanist Federation (EHF), gegenüber dem „EUobserver“. Im Vertrag von Lissabon ist in Artikel 17 festgelegt, dass die EU regelmäßig sowohl mit religiösen als auch mit „philosophischen und nicht-konfessionellen Organisationen“ in Dialog treten muss.

Pollock bemängelt nach dem zweiten jährlichen Treffen der drei EU-Präsidenten mit Vertretern nicht-religiöser Gruppen und Freimaurern, dass sei in der EU nicht der Fall. Er fordert eine gerechtere Interpretation des Artikels. „Sie verbringen viel mehr Zeit mit religiösen Vertretern. Wir werden komplett im Dunkeln darüber gelassen, wer aus welchem Grund zu diesen Treffen eingeladen wird. Wir fühlen uns nicht so, als hätten wir in irgendeiner Form Mitspracherecht“, so Pollock. Ein Neubeginn in den Beratungsgesprächen sei längst überfällig, betont er.

Neben den regulären Beratungstreffen mit religiösen Führungspersönlichkeiten veranstaltete die EU-Kommission Dialog-Seminare mit der Bischofskonferenz der Europäischen Gemeinschaft. Ähnliche Vorschläge der EHF lehnte die EU-Kommission mit der Begründung, die Thematik stehe außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches, ab. Die EHF gab an, über die Ausschließung von religiösen Themen aus der EU-Gesetzgebung und Anti-Diskriminierungsgesetze sprechen zu wollen.

Die atheistischen Teilnehmer des Treffens hätten sich zudem über die große Anzahl von Freimaurern gewundert. Zehn der 16 Teilnehmer seien Mitglieder von Freimauerer-Logen gewesen.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.