NYT: Türkei kann von Beitrittsverhandlungen ausgeschlossen werden!

Die Prognose lautet: Die Verhandlungen mit der Türkei werden mit Zyperns EU-Ratspräsidentschaft 2012 stoppen und vermutlich 2014 ad acta gelegt werden.

Die gestrige Ausgabe der New York Times (NYT) stellt eine umstrittene These auf: bleibt der Status der derzeit aufs Eis gelegten Verhandlungen mit der Türkei unverändert, kann die Akte Türkei völlig geschlossen werden. Die NYT beziehen sich hier auf türkische Quellen.

Die Zeitung verweist darauf, dass seit 2006 die Verhandlungen wenig Fortschritt gezeigt haben und dass die Verhandlungen zu einem völligen Stillstand kommen werden, wenn im zweiten Halbjahr 2012 der griechische Teil von Zypern für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Nach Angaben von türkischen Experten werden die Verhandlungen vollständig zum Erliegen kommen, wenn bis 2014 kein Fortschritt erreicht wird.

In seinem Artikel verweist Dan Bilefsky darauf, dass die Türkei als schnell wachsende Wirtschaftskraft allmählich die Hoffnung auf die mit der Wirtschaftskrise beschäftigten EU aufgegeben hat. In der NYT schreibt er, dass sich die Frage „Soll die EU die Türkei ablehnen“ gewandelt hat: Nun lautet sie: „Soll die Türkei die EU ablehnen?“ Außerdem, so die Bilefsky, schrecken – trotz aller wichtigen Reformen, die die Türkei gemacht hat – die Größe des Landes und die muslimische Bevölkerung viele Mitgliedstaaten zurück. Außerdem macht er darauf aufmerksam, dass trotz jahrelanger Verhandlungen nicht einmal eine klare Perspektive zur Mitgliedschaft angeboten wurde. Die Türkei allerdings hat bislang immer wieder die Position vertreten, sie werde nicht die Partei sein, die den Verhandlungstisch verlässt.

 

Link zum Artikel: For Turkey, Lure of Tie to Europe is Fading

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