Topkapı-Amoklauf: Täter wie Breivik geisteskrank

Der Vater des libyschen Amokläufers entschuldigte sich für die Tat. Sein Sohn sei geisteskrank gewesen und habe nicht aus politischer Motivation gehandelt. Der 36-Jährige hatte am Mittwoch im Istanbuler Topkapı-Palast wild um sich geschossen.

Samir Salem Ali Elmadhavri sei geisteskrank gewesen und seine Tat sei nicht politisch motiviert gewesen, so der Vater des 36-Jährigen. Der 72-jährige Salim Elmadhavri unterstützte die türkischen Behörden bei ihren Ermittlungen.

„Das wird ein Massaker wie in Norwegen“, habe Elmadhavri gerufen, als er im Topkapi-Palast wild um sich schoss (mehr hier). Schnell wuchs die Angst, er könne zu einem Netzwerk gehören und es könnten noch weitere Anschläge folgen. Der Topkapı-Palast ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Istanbul. Polizei und Amokläufer lieferten sich ein Schussgefecht, wobei Elmadhavri nach über einer Stunde getötet wurde. Nun scheint klar: Er war wie der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik nicht zurechnungsfähig.

Bei Breivik, der 77 Menschen auf dem Gewissen hat, konnten das vor allem die Angehörigen der Opfer nicht akzeptieren. Abdulkadir Doğan, der Vater der getöteten Gizem, war empört. „Eine solche Entscheidung passt nicht zu einem Land wie Norwegen“, erklärte er.

Amokläufer wollte Soldaten kaltblütig erschießen

In Istanbul gab es glücklicherweise keine Opfer. Der Soldat Şerafettin Eray Topçu, der an diesem Tag Wachdienst im Palast hatte, entkam nur knapp dem Tod. 13 Kugeln fand man in seinem Körper. Elmadhavri habe dem am Boden liegenden Soldaten seine Waffe an den Kopf gehalten und sagte: „Das war deine letzte Chance“. Bevor er abdrücken konnte, wurde er von den Schüssen eines anderen Soldaten abgelenkt.

Vater und Bruder des Libyers reisten umgehend in die Türkei, um die Umstände der Tat zu klären und mit den türkischen Behörden zusammenzuarbeiten. Schon seit seiner Kindheit sei Elmadhavri geisteskrank. Sein Zustand habe sich in den vergangenen Monaten verschlimmert. Bereits 2009 wurde er in Schweden festgenommen, nachdem er sich in der Öffentlichkeit nackt zeigte. Daraufhin habe er drei Monate in der Psychiatrie verbringen müssen. Von seiner Reise in die Türkei habe seine Familie erst am Tag des Vorfalls gehört.

Vater: Der Angriff meines Sohnes richtete sich nicht gegen die Türkei

Salim Elmadhavri sei sich sicher, sein Sohn habe den Anschlag nicht geplant und es sei keinesfalls ein Protest gegen die Türkei gewesen. Als der Vater vom Vorfall erfuhr, hatte er sich in der türkischen Botschaft in Benghazi eingefunden und entschuldigte sich dort für die Tat. „Die Mitarbeiter der Botschaft waren freundlich. Ich möchte, dass sein Leichnam nach Libyen gebracht wird. Ich entschuldige mich bei der Türkei und dem türkischen Volk tausende Male. Es ging ihm psychisch nicht sehr gut. Versteht das nicht als Angriff auf die Türkei“, appellierte Salim Elmadhavri.

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