„Kondom-Krise“ erschüttert türkischen Campus

Eine Aufklärungskampagne, die türkischen Studenten das Bewusstsein für Aids näher bringen soll, stieß jetzt auf Widerstand. Weil auf dem Campus der Universität von Antalya Kondome verteilt wurden, fühlte sich eine Studentenorganisation auf den Plan gerufen.

Die Nationale türkische Studentenunion (türkisch: Milli Türk Talebe Birliği, MTTB) hat ihre starke Abneigung gegenüber der Aufklärungskampagne zum Ausdruck gebracht und damit eine kontroverse Debatte über eine Aktion, die Präservative auf dem Gelände der Universität von Antalya verteilt hat, in Gang gesetzt. Das berichten derzeit türkische Medien.

„Der richtige Weg Aids zu verhindern, ist nicht der über Kondome“, erklärte der Leiter der MTTB in Antalya. Seiner Meinung nach liege der Schlüssel zur Prävention in der „moralischen Entwicklung“. Die Studentenunion hat aber noch mehr gegen die Kampagne auf dem Campus einzuwenden. Ihrer Ansicht nach würde das Verteilen von Kondomen die jungen Leute geradezu ermutigen „sittenwidrigen“ Sex zu haben.

Sex nur für verheiratete Paare

„Indem man Kondome verteilt, erklärt man unseren jungen Brüder und Schwestern, dass sie Sex ohne jegliche Konsequenzen haben könnten“, so der MTTB-Chef weiter. Die Organisation propagiert daher eine völlig andere Art von Aids-Prävention. „Wir haben hier ein moralisches Problem“, warnt der MTTB-Vorsitzende. „Es gibt keine Fälle von Aids im normalen Sex-Leben verheirateter Paare.“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.