Alkohol nicht gewohnt: Richter lässt muslimische Mädchengang laufen

Ein Aufsehen erregender Urteilsspruch erregt derzeit die Gemüter in Großbritannien: Eine somalische Mädchenbande, die wiederholt auf den Schädel einer Frau eintrat, wurde vor Gericht freigesprochen. Begründung: Da sie Musliminnen seien, wären sie es "nicht gewohnt, betrunken zu sein".

Die vier Mädchen, drei Schwestern und ihre Cousine, standen kürzlich wegen Körperverletzung vor Gericht. Ein Tatbestand, der in Großbritannien eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen kann.

Und in der Tat: Eigentlich hätten sie die Verletzungen, die sie der 22-jährigen Sozialarbeiterin Rhea Page zugefügt haben, in den Knast bringen müssen. Doch der Richter, so schreibt die „Sun“, schätzte den Fall ganz anders ein. Nach der Anhörung erhielt das Quartett lediglich eine Bewährungsstrafe. Der Grund: Sie seien es nicht gewohnt gewesen Alkohol zu trinken, da ihre Religion den Konsum verbiete.

Mädchengang trat abwechselnd auf das Opfer ein

Das Opfer Rhea Page, die eigentlich mit ihrem Freund auf dem Weg zu einem Taxistand war, schilderte, dass Ambaro Maxamed, 24, Ayan Maxamed, 28 und Hibo Maxamed, 24, und ihre 28-jährige Cousine Ifrah Nur abwechselnd auf ihren Kopf eintraten, während sie regungslos am Boden lag. Dabei schrien sie: „Tötet die weiße S***“. Anschließend ließen sie die Sozialarbeiterin aus Leicester, die auf Grund der massiven Prellungen dringend medizinische Hilfe benötigt hätte, grün und blau geschlagen und mit ausgerissenen Haaren liegen.

Die Folgen für die junge Frau waren verheerend. Massiv traumatisiert verlor sie darauf hin auch noch ihren Job. Zu oft fehlte sie dort, weil sie den dadurch ausgelösten emotionalen Stress nicht aushalten konnte. Ein schöner Abend mit ihrem Freund verkehrte sich für sie ins Gegenteil, nachdem sie von dieser Horde betrunkener Frauen derart angegriffen wurde. Die Attacke, so schildert sie weiter, sei vollkommen aus dem Nichts gekommen. Zunächst wurden sie und ihr Begleiter beschimpft. Konsequent ignorierte das Paar die Rufe. Doch das stachelte die Truppe offenbar noch mehr auf. „Weiße S***“ und vieles mehr hallte durch die Nacht. „Als ich mich umdrehte, packte mich eine von ihnen an den Haaren (…) und warf micht auf den Boden“, erzählt Rhea weiter. Bis die Polizei gekommen sei, habe es eine gefühlte Ewigkeit gedauert.

Opfer leidet noch immer unter Panikattacken

Warum sie angegriffen wurde, darüber kann sie heute nur spekulieren: „Ich denke ehrlich, sie haben mich angegriffen, nur weil ich weiß bin. Ich kann mir keinen anderen Grund denken“, so ihr Urteil. Heute, 17 Monate nach der Tat, die sich im Stadtzentrum von Leicester zugetragen hat, muss sie immer noch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Nach wie vor leide sie unter Panikattacken.

Die Täterinnen kamen weitaus milder davon. Sie erhielten am 22. November sechs Monate Haft, ausgesetzt auf zwölf Monate zur Bewährung. Im Rahmen seines Urteilsspruchs erklärte Richter Robert Brown: „Das war sehr hässlich und wirft auf euch alle Vier kein gutes Licht. Menschen, die jemanden zu Boden werfen und auf den Kopf eintreten, können eigentlich davon ausgehen, eingebuchtet zu werden, aber ich werde das Urteil auszusetzen.“ Er akzeptierte, dass sich die Frauen von Rheas Freund Lewis Moore bedroht gefühlt haben könnten, der verzweifelt versuchte, seine Freundin zu verteidigen. Und noch eine weitere Argumentation der Verteidigung ließ der Richter zu: So forderte Gary Short mildernde Umstände für Ambaro Maxamed, da die Tat unter Alkoholeinfluss stattgefunden hätte. „Obwohl der Freund von Frau Page Gewalt anwendete, rechtfertigt das nicht ihr Verhalten. Sie sind somalischen Muslime und Drogen und Alkohol sind etwas, woran sie nicht gewöhnt sind.

Alkohol darf keine Entschuldigung sein

Das Opfer selbst bezeichnet den Urteilsspruch im Nachhinein als „ekelhaft“. „Es ist überhaupt keine Strafe, zudem sende es die Botschaft aus, dass es völlig in Ordnung ist so etwas jemandem anzutun.“ Ihrer Meinung ist es für die Mädchen keine Entschuldigung, wenn sie sagen, sie seien nicht an Alkohol gewöhnt. Wenn dem so wäre, dann sollten sie zu solch einer späten Stunde auch nicht in Bars gehen. „Der Angriff hat verheerende Auswirkungen auf mein Leben und ihnen wurde einfach erlaubt, damit von dannen zu ziehen.“

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