Ende der Funkstille: Türkei will Dialog mit Armenien

Armenien und Aserbeidschan erklären sich bereit, den Dialog wieder aufzunehmen. Eine gute Gelegenheit für die Türkei, ihr Verhältnis zu Armenien wieder herzustellen.

Armenien und Aserbeidschan haben einen gemeinsamen Antrag bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) eingereicht, in der sie erklären, zu einer friedlichen Lösung des Nagorno-Karabakh Problems gelangen zu wollen. Derweil versucht die Türkei, sich mit Armenien wieder auszusöhnen.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu traf sich dafür mit seiner schweizerischen Kollegin Micheline Calmy-Rey. Sie hatte auch schon zuvor zwischen Ankara und Yerevan vermittelt.

Bereits 2009 hatten die Türkei und Armenien zwei geheime Abkommen unterschrieben. Mediator war immer die Schweiz gewesen. Letztendlich konnte aber der in die Wege geleitete Prozess kein positives Ende finden. Grund waren die starken Reaktionen Armeniens gegenüber der Türkei. Daraufhin hatte die Türkei ihre Position verändert: Die Lösung des Nagorno-Karabakh Konflikts wurde zur Voraussetzung für eine Verbesserung der Beziehungen zu Yerevan.

Davutoğlu beabsichtigte mit seinem Treffen, herauszufinden, ob die Schweiz erneut bereit ist, die Vermittlerrolle zwischen Armenien und Aserbeidschan zu übernehmen. Wie die Tageszeitung Hürriyet berichtet, nahm die Schweiz Davutoğlus Anfrage in Kenntnis und wird sie im Hinblick auf die Entwicklungen im Nagorno-Karabakh bewerten.

Besonders die USA setzen die Türkei unter Druck, ihr Verhältnis zu Armenien zu verbessern. Die starke armenische Diaspora in den USA drängt Washington, die Vorfälle aus dem Jahr 1915 als „Genozid“ anzuerkennen. Vize-Präsident Joe Biden sagte, in den USA hätte sich eine starke anti-türkische Koalition gebildet. Die griechische und israelische Diaspora würde sich mit der armenischen zusammenschließen. Die Chancen scheinen nicht schlecht zu stehen, dass der Antrag auf die Anerkennung des Genozids mit den kommenden Präsidentenwahlen angenommen wird.

Nach Meldungen der OSZE informierten der armenische Außenminister Edward Nalbandian und sein aserbeidschanischer Kollege Elmar Mammadyarov die Mitgliedstaaten der OSZE MINSK-Gruppe Russland, Frankreich und die USA, dass sie bereit sind „sich wieder gemeinsam unter der Aufsicht der beobachtenden Staaten zu treffen. Der direkte Dialog baut auf die jüngsten Erfahrungen auf und soll Frieden, Stabilität und Wohlstand zu den Bevölkerungen der beiden Länder bringen.“

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.