Internetfilter: Türkei blockiert Darwin für Kinder

Eine Internetseite, die die Evolutionstheorie von Charles Darwin erläutert, ist in der Türkei im Zuge der neu eingeführten Internetfilter für Kinder blockiert worden.

Türkische User, die den von der Regierung eigens für minderjährige Nutzer angebotenen Filter „Kinderprofil“ aktiviert haben, können die Internetseite nun nicht mehr erreichen. Im Zuge dieser Zensur werden die Kinder zwar nun von der Evolutionstheorie ferngehalten, Seiten, die sich mit der Schöpfungslehre befassen, sind allerdings nach wie vor erreichbar. Das berichten derzeit türkische Medien.

TÜBİTAK versucht abzuwiegeln

Der Sprecher des Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei (türkisch: Türkiye ve Bilimsel teknolojik Araştırma Kurumu) TÜBİTAK erklärte hierzu, dass sich die Sperre nicht im Speziellen gegen die Evolutionstheorie Darwins richte. „Wäre das der Fall, wäre jede Internetseite, die das Wort benutze, gesperrt worden. Diese Page wurde wohl eher verbannt, weil sie für Kinder bedenkliche Inhalte bereitstellt.“

Die türkischen Internetfilter haben bereits lange vor ihrer Einführung für heftige Kontroversen, auch Massendemonstrationen im Land geführt. Derzeit können die Anwender zwischen den Filter-Paketen „Kinder“ und „Familie“ wählen. Erstere blockieren den Zugang zu allen Internetseiten, auf denen Material im Zusammenhang mit Drogen, Obszönität, Terrorismus und Prostitution zu sehen ist.

Filterpaket „Kinder“ schränkt massiv ein

Während mit dem Paket „Familie“ weiterhin auf Foren, persönliche und Soziale Netzwerke zugegriffen werden kann, ist das mit der Einstellung „Kinder“ nicht mehr möglich. Der Zugang ist auf einige wenige Typen von Internetseiten beschränkt, dazu zählen unter anderem Bildungsseiten.

Diejenigen Internetuser in der Türkei, die keine der beiden Einstellungen gewählt haben, erhalten automatisch ein „Standard-Profil“, das in Einklang mit den jüngst verabschiedeten Internetfiltern steht.

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