Türkei: Gott soll in die Verfassung

Ein Verfassungsentwurf, der dem türkischen Parlament kürzlich vorgelegt wurde, erregt in der Öffentlichkeit großes Aufsehen. Im laizistischen Land soll die Verfassung „Gott“ beinhalten.

Die Türkei ist ein laizistischer Staat. Mit der konservativen Regierungspartei AKP kamen schnell Zweifel auf, ob das auch so bleiben werde. Religion und Staat sind trotz der religiösen Mehrheit des Landes strikt voneinander getrennt. Dass Gott in die Verfassung aufgenommen werden könnte, ist deshalb umso überraschender.

Nun liegt dem türkischen Parlament ein neuer Verfassungsentwurf vor. Mehrere Universitäten wurden um einen Entuwrf gebeten. Die Turgut Özal Universität in Ankara meint, der berühmte Ausspruch des türkischen Dichters Yunus Emre „das Geschaffene um des Schöpfers willen lieben“ solle Teil des neuen Grundgesetzes werden. Seine Ideen stehen für den türkischen Humanismus. Damit rechtfertigt sich auch die Universität. „Der Verfassungsentwurf verfolgt das Ziel, eine Politik und ein Rechtssystem zu etablieren, das sich auf den Menschen konzentriert“, erklärt die Universität. Weiter erklärt sie: „Das Wort ‚Gott‘ in die Präambel aufzunehmen widerspricht nicht dem Rechtsstaat und laizistischen Idealen.“

Wie das Parlament auf diesen Entwurf reagiert und inwiefern dieser bei der Erstellung der neuen Verfassung berücksichtig wird, ist noch nicht bekannt.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.