Terroristen auf Twitter: Al-Shabaab legt eigenen Account an

Eine islamische Terrorgruppe hat auf Twitter einen eigenen Account eröffnet. Ziel ist es, nun auch via Microblogging-Dienst die Kontrolle über das gebeutelte Somalia zu gewinnen.

Al-Shabaab, die Verbindungen zu Al Qaida hat, registrierte das Konto „@HSMPress“ bereits am 16. September dieses Jahres. Der erste Tweet wurde allerdings erst am vergangenen Mittwoch verschickt. Seitdem gibt es täglich neue Kurzmeldungen.

Al-Shabaab hat mehr als 1100 Twitter-Follower

„Der Name des Kontos vermittelt eine Vorstellung davon, warum er angelegt wurde“, so die „Daily Mail“.  Die Initialen stehen für „Harakat Al-Shabaab Al Mujahideen Press Office“. Aktuell folgen dem Profil bereits mehr als 1100 User. Sie selbst folgen jedoch niemandem.

Der erste Tweet war eine arabische Phrase, die aus dem Koran stammt und übersetzt so viel wie: „Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen“ bedeutet. Mittlerweile gibt es mehr als 20 Botschaften, die über den Account verschickt wurden. Darin werden Neuigkeiten zu Märtyrertoten, Details zu blutigen Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Mogadischu sowie Auszüge aus der Ideologe von Al-Shabaab thematisiert. Darunter finden sich auch Sätze wie diese: „Der Jihad, der hier in Somalia geführt wird, solle weitergehen bis das Land von allen Eindringlingen gereinigt ist.“

Retourkutsche für Dur Emmanuel Widespread Chirchir

„Der Umzug der Grupp auf Twitter könnte als Versuch gesehen werden, den weitverbreiteten Botschaften von Kenias Militärsprecher Dur Emmanuel Widespread Chirchir etwas entgegen zu setzen“, so die „Daily Mail“. Diese nutze seinen Twitter-Account, um militärische Erfolge seiner Regierung im Kampf gegen Al-Shabaab an seine gut 10.000 Follower zu kommunizieren.

Das Ziel von Al-Shabaab ist die Niederschlagung der somalischen Regierung. Schon jetzt kontrolliert die Gruppe weite Teile im Süden des Landes. In Somalia selbst dürfte ihr Twitter-Account kaum Beachtung finden. Nur wenige Menschen dort haben überhaupt Internetzugang. Moderne Kommunikationsmittel wie dieses sind weitgehend unbekannt. In erster Linie scheint es also darum zu gehen, den Rest der Welt wissen zu lassen, wer man sei und was man tue.

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