Al Qaida: Anschlag auf türkisches Parlament geplant

Mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks Al Qaida, die beschuldigt werden, einen Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara geplant zu haben, hatten wohl auch einen Angriff auf das türkische Parlament sowie zahlreiche Kirchen im Sinn.

Erst im vergangenen Juli hat die türkische Polizei gegen eine Zelle der Al Qaida operiert, die ihre Befehle vermutlich von Mitgliedern der Terrororganisation in Afghanistan erhalten hatte. Im Zuge dessen gelang es den Fahndern einen Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara zu verhindern. Die mutmaßlichen Al Qaida-Mitglieder wurden am 14. Juli mit 700 Kilogramm Sprengstoff gefasst und anschließend verhaftet.

Grundrisse des türkischen Parlaments gefunden

Die türkische Zeitung „Taraf daily“ behauptet nun die Anklageschrift gegen die elf Inhaftierten gesehen zu haben. Am vergangenen Freitag meldete sie nun, dass die Gefangen fast bereit gewesen wären eine Attacke auf das türkische Parlament auszuführen. Und zwar kurz vor dem Türkei-Besuch der US-Außenministerin Hillary Clinton. So sollen im Zuge der Verhaftungen auch Grundrisse des Parlaments, eine Liste von Kirchen sowie die Namen und Privatadressen von Mitarbeitern der Kirche in Ankara beschlagnahmt worden sein. Daneben fanden sie rund 700 Kilogram an Chemikalien samt Anweisungen zur Herstellung von Bomben vor.

In der Anklageschrift heißt es auch, dass Dokumente gefunden worden seien, in denen die Türkei als Kriegsgebiet (Dar Al-Harb) und ihre Staatsmänner als „Abtrünnige“ bezeichnet würden. Das Staatssystem selbst wurde von den Militanten als „böse“ angesehen. In einem Dokument werde sogar erklärt, dass es lukrativer wäre gegen die Türkei zu kämpfen als gegen die USA oder andere westliche Länder.

Training mit der Kalaschnikow in Ankara

Neben diesen Dokumenten fanden die Ermittler auch ausgedruckte Protokolle von Internet-Chats zwischen den mutmaßlichen Terroristen und Anführern der Organisation in Afghanistan vor. Diese Unterlagen raten:  „Bleib bei Verhören ruhig, wenn sie dich jemals erwischen. Akzeptiere niemals die gemachten Anschuldigungen. Gebe keinerlei Informationen über die Organisation weiter.“

Die mutmaßlichen Terroristen wurden im Sommer in Sincan, einem Bezirk Ankaras festgenommen. Dort sollen sie auch im Umgang mit Kalaschnikow-Gewehren trainiert worden sein. Entsprechende Aufnahmen wurden auf DVD festgehalten. Die Polizei-Operation gegen die vermeintlichen Al Qaida-Mitglieder begann als ein Familienmitglied eines der Terroristen die Polizei rief und erklärte, dass ihr Sohn vom türkischen Arm der Al Qaida entführt worden sei.

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