Türkisches Militär: Wir besitzen keine chemischen Waffen!

Der Generalstab des türkischen Militärs hat nun auf Gerüchte reagiert, wonach die türkischen Streitkräfte (TSK) chemische Waffen im Kampf gegen die Terrororganisation PKK einsetzen würden. Er stellt heraus: Die TSK hat keinerlei chemische Waffen in ihrem Arsenal.

„Berichte in lokalen wie ausländischen Medien, wonach die TSK chemische Waffen im Kampf gegen die Terroristen einsetzen würden, sind unwahr, haltlos, voreingenommen und verleumderisch. Es gibt keine chemischen Waffen im TSK-Inventar. Der Kampf gegen die separatistische Terrororganisation wird in Übereinstimmung mit nationalen und internationalen Rechtsnormen durchgeführt“, so die Erklärung, die der türkische Generalstab am vergangenen Freitag auf seiner Internetseite veröffentlichte.

Delegation reist zu Untersuchungen ins Karzan Tal

Das türkische Militär hatte erst vor kurzem seine Operationen gegen die Terrororganisation PKK intensiviert. Im Zuge dessen hat der PKK nahe stehende Nachrichtenagenturen behauptet, dass das TSK bei diesen Manövern auch zu chemischen Waffen greife. Insbesondere bei größeren Operationen gegen PKK-Stützpunkte im Kazan Tal in der Nähe des Distrikts Çukurca in der südöstlichen Provinz Hakkari.

Als Reaktion auf diese Meldungen reiste bereits eine Gruppe von Mitgliedern des Europäischen Parlaments,  bestehend aus Vertretern von sieben europäischen Ländern, darunter Belgien, Frankreich und Deutschland, ins Kazan Tal, um direkt vor Ort zu untersuchen, ob tatsächlich chemische Waffen während der Operation eingesetzt wurden.

Sommer 2010: Bilder von grausam verstümmelten Leichen

Bereits im Sommer 2010 gab es derartige Berichte auch in den deutschen Medien. Damals tauchten Fotos von verstümmelten Leichen auf. Die Toten waren übel zugerichtet. Ihre Körperteile waren verbrannt, verstümmelt und verätzt. Türkisch-kurdische Menschenrechtler übergaben die Bilder im März letzten Jahres einer deutschen Menschenrechtsdelegation bestehend aus Türkei-Experten, Journalisten und Politikern der Linkspartei. Ein rechtsmedizinisches Gutachten des Hamburger Universitätsklinikum hatte später den Verdacht bestätigt: Die acht Kurden starben mit hoher Wahrscheinlichkeit „durch den Einsatz chemischer Substanzen“. Auch der CDU-Bundestagsbeordnete Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, schaltete sich ein. Er forderte: „Die Türkei muss diese Vorwürfe dringend aufklären. Der beste Weg dazu ist sicherlich, dies unter internationaler Beteiligung zu tun.“

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