Jemen: „Atatürks Modell ist nicht übertragbar auf die arabische Welt“

Die Aufstände in den arabischen Ländern wandten sich gegen die autokratischen Regime. Immer wieder stellt sich die Frage, inwiefern das Staatssystem der Türkei als Vorbild dienen kann – „Nur bedingt“, sagt Alsaidi.

In einem Interview mit der türkischen Tageszeitung Zaman bezieht der ehemalige jemenitische UN-Botschafter Abdullah M. Alsaidi – der dieses Amt niederlegte nachdem das Regime friedvolle Demonstranten umgebracht hatte –Stellung zu der Rolle der Türkei im Mittleren Osten.

„Wir können dem säkularen Modell Atatürk nicht folgen. Es ist zu umfassend und zu sehr anti-religiös. Der Säkularismus der Türkei basierte auf einer jakobinischen, der Religion feindlichen Idee. Das ist nicht übertragbar auf die arabische Welt.“

Dennoch räumt der ehemalige Botschafter ein, könne die derzeitige politische Disposition der Türkei als Modell dienen. „Sie ist moderat und rational, das Gesetz wird respektiert“.

Er fügt hinzu, dass die jemenitische Bevölkerung eine gute Einstellung gegenüber der Türkei hat. „Sie freuen sich, dass die Türkei Fortschritte macht und eine Rolle auf dem internationalen Parkett spielt. Sie halten die Regierung für vernünftig.“ Am meisten freue sie sich, so Alsaidi, dass die Regierung ihr islamisches Erbe respektiere.

Während die Proteste gegen das jemenitische Regime andauern, unterzeichnete der Präsident Ali Abdullah Saleh eine Einverständniserklärung zum Machtwechsel. Diese von dem Golf Kooperationsrat (GCC) kontrollierte Vereinbarung sieht vor, dass Saleh für weitere 90 Tage „Ehrenpräsident“ des Landes bleibt. Vizepräsident Abd-Rabbu Mansout Hadi setzt in der Zeit eine Interimsregierung ein, um Wahlen abzuhalten. Mit der am Mittwoch gebildeten Regierung sollen im Februar Präsidentschaftswahlen stattfinden, bei denen Saleh ersetzt werden soll.

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