„All-American Muslim“: Lowe’s zieht Werbung aus Show zurück

Der US-Einzelhandelsriese Lowe's hat seine Werbung aus der TLC-Reality-Show "All-American Muslim" zurückgezogen. Die Sendung, die sich Amerikas Muslimen widmet, hat die Aufmerksamkeit der konservativen Florida Family Association auf sich gezogen. Diese hat eine Email-Kampagne gegen Unternehmen gestartet, die dort Werbung schalten.

„The Learning Channel“ zeigt in seiner neuen Sendung „All-American Muslim“ derzeit fünf arabisch-amerikanische Familien aus Dearborn, Michigan. Die teils konservativen und teils weniger konservativen Muslime erklären innerhalb der Show grundlegende Dinge des Islams, über das Kopftuch und berichten über ihre Loyalität zu den Vereinigten Staaten. Bisher überschlugen sich die US-Medien mit Lob für das Format.

Email-Kampagne gegen werbende Unternehmen

Doch jetzt übte die konservative Florida Family Association Druck aus. Sie forderte ihre Unterstützter schriftlich dazu auf, sich via Email an die Anzeigenabteilungen der Unternehmen zu wenden, die im Rahmen der Show Werbung schalten. Der Grund: Ihrer Meinung nach verbreite „All-American Muslim“ Propaganda, die die wahre Gefahr des Islams für die Freiheiten und traditionellen Werte der Amerikaner verbergen würde. Das berichtet unter anderem „hollywoodreporter.com“.

Auf ihrer Internetseite veröffentlichte die Vereinigung eine Email von Lowe’s, in der es heißt: „Während wir unsere Werbung auf verschiedenen Kanälen, darunter auch TLC fortsetzen, gibt es bestimmte Programme, die die Werberichtlinien von Lowe’s nicht erfüllen. Darunter auch die Sendung, auf die Sie aufmerksam gemacht haben. Lowe’s wird nicht länger innerhalb dieser Sendung werben.“

Lowe’s Entscheidung sorgt für heftige Diskussionen

Auch auf Twitter reagierte das Heimwerker-Handelsunternehmen am vergangenen Freitag. Dort wird weiter erklärt: „Wir ziehen unsere Werbung nicht auf Grund einer Beschwerde oder auf Grund von Emails einer einzelnen Gruppe zurück. Es war nicht unsere Absicht, jemanden zu verstimmen.“ Lowe’s berücksichtige die Werte von jedem,  natürlich auch die ihrer potenziellen Kunden und Mitarbeiter. Später meldete sich eine Lowe’s Sprecherin bei „The Hollywood Reporter“ zu Wort:  „Wir verstehen, dass das Programm Bedenken, Beschwerden oder Fragen von mehreren Seiten aufwirft, auf die wir selbst nach Recherche von Zeitungsartikeln und Blogs, die sich mit der Sendung befassen, aufmerksam geworden sind. Unsere Entscheidung, die Werbung aus dem Programm zu nehmen beruht auf diesen Recherchen und auf den Bedenken, die uns in verschiedenen Emails, Telefonanrufen, über Soziale Medien und über Zeitungsartikel erreicht haben.“

Die Entscheidung von Lowe’s sorgt in den USA für kontroverse Reaktionen. So meldete sich über Twitter zum Beispiel ein Fachanwalt für Steuerrecht aus Washington D.C. zu Wort, der an Lowe’s adressiert schreibt: „Ihr Schritt hat Menschen verstimmt und Sie wussten, dass das passiert.“ Er will wissen, wie weit das noch gehen solle.

Hier ein Ausschnitt aus dem amerikanischen TV zum Thema:

Hier der Trailer zu „All-American Muslim“:

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