„Wir sind keine Minderheit, sondern gleichgestellte Bürger“

Bei der Diskussion um eine neue Verfassung in der Türkei ergreifen nun die gesellschaftlichen Minderheiten das Wort: eine der bekanntesten jüdischen Organisationen, die „Stiftung zum 500. Jahr“, fordert eine Änderung ihrer Charta und eine Einbeziehung in die neue Verfassung.

Bei einem Treffen mit Mitgliedern des parlamentarischen Vermittlungsausschusses forderte eine der bekanntesten jüdischen Organisationen der Türkei, die Stiftung zum 500. Jahr, 500. Yıl Vakfı, eine Änderung der Charta: Aufstachelungen zu Hass auf der Grundlage von Religion, und Rasse sollen bestraft werden. Damit ist sie die erste Minderheitenorganisation, die einen Antrag auf eine neue Charta vor dem Vermittlungsausschuss des Parlaments stellt.

Außerdem sagte der Organisationsgründer Naim Güleryüz nach Angaben der Tageszeitung Hürriyet, die Juden in der Türkei betrachteten sich nicht als „Minderheiten“ und wollten in Zukunft als gleichgestellte Bürger mit in die Verfassung aufgenommen werden. Dabei betonte er, sie wollten eine Verfassung, die „liberal und inklusiv“ ist und niemanden marginalisiert.

Das Hauptanliegen, so die Organisation, seien die Themen „Rassismus und Antisemitismus“. Gleichzeitig betonte Güleryüz, die jüdischen Mitbewohner hätten nicht die Absicht, eine Diskussion um die Einkommenssteuer von 1942 zu eröffnen, durch viele türkische nicht-muslimische Gemeinschaften ihr Vermögen verloren hatten.

Güleryüz sagte, die neue Charta sollte zu Bestimmungen in dem Strafrechts-Artikel führen, um den Schutz von Minderheiten vollkommen zu gewährleisten. Hass-Straftaten, sollten sofort bestraft werden.

Güleryüz betonte, dass sich mittlerweile viele Bücher mit dem Thema des „Genozids an die Armenier“ beschäftigen. Außerdem ist das Thema in den Geschichtsunterricht aufgenommen worden. Er forderte, dass die Türkei mit demselben Bestreben den Schutz der Menschenrechte schützen und ein Schlaglicht auf die sephardische jüdische Gemeinschaft in der Türkei werfen sollte.

Der Name der 1992 gegründeten Gemeinschaft geht zurück auf die Auswanderung der sephardischen Juden aus Spanien vor gut 500 Jahren, 1492. Sie hatten im Osmanischen Reich Zuflucht gefunden. Der prominente Geschäftsmann Jak Kamhi ist Ehrenvorsitzender der Gruppe.

 

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