Türkei: „Wir ziehen unseren Botschafter ab“

Die Spannungen zwischen Frankreich und der Türkei nehmen zu: sollte das Genozid-Gesetz das Parlament passieren, will die Türkei nicht tatenlos zusehen.

Die Türkei hat angekündigt, ihren Botschafter in Paris abzuziehen, sollte das französische Parlament für das Genozid-Gesetz stimmen. Dem Gesetz zufolge wird bestraft, wer leugnet, dass die Vorfahren der heutigen Armenier in einem Völkermord in Anatolien zur Zeit des ersten Weltkriegs getötet worden sind.

In einem solchen Fall wird der türkische Botschafter Tahsin Burcuoğlu wird für einen unbestimmten Zeitraum nach Ankara bestellt, teilte der Untersekretär der Türkischen Botschaft in Paris, Engin Solakoğlu, der Presseagentur Anatolia mit, berichtet die Tageszeitung Zaman. Solch ein Akt würde zu „irreparablen Schäden“ in der Beziehung zwischen Frankreich und der Türkei führen, so Solakoğlu weiter.

Die Abstimmung im französischen Parlament wird nächste Woche stattfinden. Leugnet eine Person, dass es sich bei den Vorfällen während des ersten Weltkriegs um einen Genozid gehandelt hat, droht ihr eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr und eine Geldstrafe von 45.000 Euro.

Schon früher hat das französische Parlament über dieses Thema diskutiert. Das letzte Mal 2006. Letztendlich wurde das Gesetz noch im selben Jahr fallen gelassen, bevor es den Senat passieren konnte.

Seit 2001 erkennt Frankreich offiziell den Genozid an. Immer wieder sorgt das Thema für Spannungen zwischen den Ländern.

 

 

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