Nach Prügel bei der Polizei: Rauswurf aus der Wohnung

Die Polizisten verbreiteten die Nachricht, Fevziye Cengiz sei eine „Animierdame“ – die Bewohner des Viertels wollten keine „unmoralische Frau“ in der Nachbarschaft.

Wie die Tageszeitung Radikal berichtet, hat die auf der Polizeistation in Izmir verprügelte Frau, jetzt auch noch ihre Wohnung verloren.

Radikal zitiert Kemal Göktaş von der Tageszeitung Vatan, der berichtet, dass die Polizisten der Frau nicht nur physischen und psychischen Schaden zugefügt, sondern auch noch ihr Leben durcheinander gebracht haben. Nachdem Fevziye Cengiz sich über das Verhalten der Polizisten beschwert hatte, hatten diese verbreitet, sie sei eine „Animierdame“. Weil sie keine „unmoralische Person“ in ihrem Wohnviertel haben wollten, haben daraufhin die Bewohner ihres Viertels Unterschriften gegen sie gesammelt und sie und ihre Familie aus ihrem Haus vertrieben.

Ihr Mann Murat Cengiz berichtet: „Seit 16 Jahren wohnen wir in Izmir in dem Haus meiner Eltern. Nachdem wir Beschwerde gegen die Polizei eingereicht haben, verbreitete eine Zeitung die Meldung, meine Frau sei eine Animierdame.“

Die Bewohner hätten daraufhin Unterschriften gesammelt und ihnen eines Abends mitgeteilt, dass sie sie nicht mehr in diesem Viertel wollten. Daraufhin wurden sie aus der Wohnung geworfen. Auch seine Eltern hätten sie nicht unterstützt: „Wir glauben, dass sie unschuldig ist, aber es kommt nun einmal Gerede auf“, sollen sie gesagt haben.

Dagegen haben die Vorsitzender der Kommission für die Chancengleichheit von Männern und Frauen Gönül und der Leiter der PTT (Post Brief Telekommunikation) Tural das Schreiben „Wir sind auch da“ im Rahmen der Kampagne gegen Gewalt „Sei bei mir für eine gerechtere Welt“ unterschrieben. Gönül sagte, die Prügel auf der Polizeistation hätten jeden verletzt und sie wolle die weiteren Untersuchungen des Falls verfolgen.

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