Manipulation: Ratings von türkischen TV-Serien gefälscht

Ein neuer Manipulationsskandal in der Türkei: Die Quoten einiger Serien sind offenbar getürkt worden. Am Mittwoch wurden mehrere Personen festgenommen.

Türkische TV-Serien liefern sich einen harten Quotenkampf. In der Türkei ist das Serien-Fieber ausgebrochen. Ob „Aşk-ı Memnu“ „Yaprak Dökümü“ oder „Adını Feriha Koydum“ – jeder hat seine ganz persönliche Lieblingsserie (mehr hier). Mittlerweile haben die einzelnen Folgen der Serien Spielfilmlänge. Die Schauspieler müssen deshalb an ihre Grenzen gehen. Proteste gegen die langen Arbeitszeiten haben nicht viel erreicht. Anders können sie mit Konkurrenz nicht mithalten. Jetzt kommt heraus, dass viele der Quoten nicht der Wahrheit entsprechen könnten.

Die Polizei durchsuchte verschiedene Produktionsfirmen und Marktforschungsinstitute. Die meisten sind erfreut über diese Entwicklung. Der Produzent Can Tanrıyar erklärte: „Die Polizei hat konkrete Beweise. Das wird noch eine Menge auslösen. Einigen stört es sehr, dass dieser Skandal nun ans Tageslicht kommt.“ Offenbar scheinen nicht nur der türkische Fußball von Bestechung betroffen zu sein (mehr hier).

In Istanbul und Ankara wurden sechs Personen verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, bestimmten Serienproduzenten Listen mit Namen von Familien zugespielt zu haben, die Boxen zur Erfassung von Einschaltquoten besitzen. Diese sollen dann mit Geschenken bestochen worden seien. Mit steigenden Einschaltquoten können die Preise für geschaltete Werbung immer weiter erhöht werden.

 

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