Schwerer Fauxpas: Falsche Michael Jackson Platte bei Charity-Auktion

Welch ungeahnte Ergebnisse eine Versteigerung von Gegenständen aus dem Nachlass des King of Pop erzielen können, das erlebten Interessierte erst am vergangenen Wochenende. Dass das Ganze aber auch nach hinten los gehen kann, wurde jetzt in Schweden offenbar.

Knapp eine Million Dollar – damit hatten weder das Auktionshaus Julien in Beverly Hills noch die Familie von Michael Jackson gerechnet. Einen ganzen Tag lang wurden persönliche Gegenstände der Pop-Ikone zum Kauf angeboten. Einzig sein Sterbebett war ausgeschlossen (mehr hier).

Auch im fernen Schweden erhoffte man sich ordentliche Einnahmen. Doch eine Platin-Aufnahme des legendären „Thriller“-Albums, die vermeintlich im Besitz Jacksons war, stellte sich im Nachhinein als Fake heraus. Das berichtet derzeit „The local“.

„Thriller“-Fake erzielte 18,100 US-Dollar

Versteigert wurde das Stück am vergangenen Wochenende im Rahmen einer jährlich stattfindenden Charity-Aktion der schwedischen Staatssender Sveriges Television (SVT) und Sveriges Radio (SR) für Musikhjäpen (‚Music hilft‘). Und das obwohl schon zuvor Zweifel an der Authentizität des Stücks aufkamen. Ganze 73 Angebote trudelten auf der Internet-Auktionsplattform „Tradera“ ein. Dann der Zuschlag bei 126,100 Kronen, umgerechnet 18,100 US-Dollar. „Der Käufer wollte das Objekt unbedingt“, so David Gustafsson, Projektleiter bei Musikhjäpen. Ob die Platte echt war, schien ihm offenbar gleich.

Nach Angaben der Person, die die Platinplatte für die Aukton gespendet hat, wurde diese erstmals in den frühen 90er Jahren in den USA für wohltätige Zwecke versteigert. Doch während die Platin-Fassung des „Thriller“-Albums eigentlich nach den Standards der Record Industry Association of America (RIAA) formatiert ist, fehlt es dem betreffenden Stück an einem entsprechenden Zertifikat. Nach Angaben von Musikhjälpen seien eine Reihe von Experten damit betraut worden, die „Authentizität des Objekts“ zu bewerten und dass es „ein paar Faktoren“ gab, darunter auch die RIAA-Standards und der Umstand, dass sie 20 Jahre im Besitz ein und derselben Person war, die für eine Echtheit der Scheibe gesprochen hätten.

Plattenexperte warnte Musikhjälpen

Doch der von SR beauftragte Plattenexperte Stefan Dimle hatte trotzdem Zweifel. Nachdem am vergangenen Samstag die Auktion startete, erklärte er, dass es sich seiner Ansicht nach definitv um eine Raubkopie handle. Auch gegenüber der Hilfsorganisation äußerte er seine Bedenken. „Sie wollten den Wert der Platte wissen und mailten mir ein paar nette Bilder. Ich erkannte sofort, dass diese illegal war und riet ihnen, diese im Keller einzumotten.“ Seiner Einschätzung nach gab es mindestens zehn entscheidende Punkte, die gegen eine Echtheit sprachen. Dass die Zuständigen die Auktion dennoch durchgezogen hätten, bedauert er umso mehr.

Von Seiten SR hört sich das jedoch ganz anders an. Laut Mitarbeiterin Pia Kalischer, habe er das so nicht geäußert. Von zehn Punkten sei keine Rede gewesen. Auch die Platte einzumotten, sei nie geraten worden. „Er hat uns geraten jemanden anderen anzurufen und dass er nicht mit Bestimmtheit sagen könnte, ob sie echt sei oder nicht.“ Nachdem die erste Ausschreibung bis zum Samstagnachmittag bereits 2,5 Millionen Kronen gebracht hatte, entschloss man sich die gesamte Auktion, die vom schwedischen Hip Hopper Jason Diakité ausgerichtet wurde, neu zu starten. Am Ende kamen dann doch insgesamt 18 Millionen Kronen zusammen.

http://www.youtube.com/watch?v=cWnxAsKawUM

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