„Märtyrer“: Auch Zivilisten profitieren in Zukunft von Sozialleistungen

Bislang war der Begriff „Märtyrer“ auf Soldaten beschränkt, die im Kampf gegen den Terrorismus ums Leben kamen. Jetzt wird er erweitert und schließt auch zivilrechtliche Personen mit ein. Diese können dann von Hinterbliebenengeld profitieren.

Ein neuer Gesetzesentwurf zu den Angehörigen von Märtyrern und Kriegsveteranen sieht vor, dass von Terroristen umgebrachte Lehrer oder solche zivilen Personen, die umgebracht wurden, weil sie einen Terroristen verraten haben oder sich ihm in den Weg stellten, in Zukunft auch als Märtyrer bezeichnet werden.

Vorbereitet wurde das Gesetz vom Ministerium für Familie und Soziales. Wie der Nachrichtensender ntv berichtet, teilte die Familienministerin Fatma Şahin mit, der Entwurf, der mit Ministerrat vorgelegt wird, beziehe nun auch die Zivilbevölkerung mit ins Gesetz ein.

So wird beispielsweise ein Verkehrspolizist, der im Verkehr umkommt, wie ein „Märtyrer“ in dem Sinne behandelt, als dass seine Familie eine monatliche Hinterbliebenenrente vom Staat bekommt. Wird er hingegen im Dienst verletzt, wird er gesetzlich als „im Dienst verletzt“ behandelt und hat Recht auf Schutz vom Staat.

„Den Angehörigen von Märtyrern werden wir eine zweite Arbeitsmöglichkeit anbieten. Die Soldaten, die noch vor einem Militäreinsatz ihr Leben verlieren, werden genauso als Märtyrer betrachtet. Der Ministerpräsident hatte schon angekündigt, dass die Zivilbevölkerung von dem Gesetz zum Kampf gegen der Terrorismus profitieren wird. Das ist jetzt eingetreten, so die Familienministerin gegenüber der Tageszeitung Akşam.

Das Gesetz schließt die Angehörigen von Lehrern oder anderen Beamten ein, die von Terroristen umgebracht oder gekidnappt und dann umgebracht werden. Ebenso Zivilisten, die Terroristen verraten und in einen Hinterhalt gelockt und dann ermordet oder verletzt werden. Auch Polizisten, die ums Leben kommen, während sie den Verkehr regeln. Oder Polizisten und Soldaten, die während Übungen ums Leben kommen. Desweiteren Polizisten, die noch während ihrer Ausbildung zum Opfer von terroristischen Anschlägen werden. Außerdem haben Angehörige von Märtyrern ein Anrecht auf eine Arbeitsstelle, das gilt ebenso für die Geschwister, Ehegatten und Kinder.

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