Hamas-Führer kündigt Besuch in der Türkei an

Kaum, dass Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas die diplomatischen Beziehungen zur Türkei verbessern möchte, kündigt auch Hamas-Führer Ismail Haniyyya an, bald das Land zu besuchen. Bislang war die Türkei bei ihren Vermittlung zwischen den beiden Parteien nicht sehr erfolgreich.

Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas ist in der Türkei, um sich mit türkischen Amtsträgern zu treffen. Mit ihnen möchte er die Maßnahmen für die Anerkennung des palästinensischen Staats diskutieren. Zur gleichen Zeit aber teilte einer der Führer der Hamas, Ismail Haniyya mit, auch er wolle in nicht allzu ferne Zukunft die Türkei besuchen.

Haniyya plant Besuche in der Türkei, in Bahrain, in Katar und Tunesien. Alle Länder haben nach Angaben der Presseagentur Associated Press den Hamas-Führer eingeladen. Wann Haniyya genau vorhat in die Türkei zu reisen, steht ist allerdings noch nicht fest.

Abbas traf sich bei seinem Besuch mit Außenminister Davutoğlu in Konya, der sich wegen eines EU-Treffens und einer Gedenkfeier zu Ehren von Mevlana in der Stadt befand. Abbas wird gemeinsam mit Davutoğlu nach Ankara reisen, um seinen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül und Ministerpräsidenten Tayyip Erdoğan jeweils am Dienstag und am Mittwoch zu treffen.

Während Abbas regelmäßig die Türkei besucht, wäre es das erste Mal für Haniyya, den Gaza-Streifen zu verlassen, seit die Hamas im Gaza-Streifen an der Macht ist. Haniyya war in der Region mit ausländischen wie mit Inlandsangelegenheiten beschäftigt, zitiert die Tageszeitung Zaman die AP.

Im Juni hatte bereits der Leiter des syrischen Arms der Hamas, Khaled Mashaal, die Türkei besucht und sich mit dem Außenminister getroffen. Dabei war es vor allem um die Frage nach einer palästinensischen Einheitsregierung gegangen. Mashaals unangekündigter Besuch fiel mit dem Besuch von Abbas zusammen, der sich mit anderen Amtsträgern im Land aufhielt. In einer Stellungnahme hatte die Türkei gesagt, sie hätte kein Treffen zwischen den beiden Palästinenserführern arrangiert. Jedoch unterstützt die Türkei gleichzeitig die Eintracht von Hamas und der Fatah von Abbas. Beide ringen darum, ein unabhängiges Palästina auszurufen. Die Verhandlungen waren ins Stocken geraten, als es den beiden Seiten nicht gelang, sich auf einen Ministerpräsidenten zu einigen.

Auch die Türkei befürwortet die internationale Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaats. Bei dem Treffen mit Abbas wird dieses Thema auch noch einmal zur Sprache gebracht werden, zitiert Zaman die Pressemitteilung des Präsidenten. Auch werden die jüngsten Entwicklungen in der Region diskutiert.

Amtsträger der Fatah und der Hamas treffen sich gelegentlich in anderen Ländern wie der Türkei, um zu einer Einigung bei einer gemeinsamen Herrschaft zu gelangen, aber bislang scheiterten die Verhandlungen.

Während die Fatah als legitime Behörde anerkannt wird, sehen die europäischen Staaten und Israel Hamas als Terrororganisation an. Hamas, so ihr Argument, feuert tödliche Raketen aus Gaza zu israelischen Soldaten und Zivilisten.

 

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