Türkisch: Eine Herausforderung für das Gehirn

Wer bisher behauptet hat, Türkisch sei eine einfache Sprache, wird nun eines Besseren belehrt. Türkisch wird im Gehirn ganz anders verarbeitet als andere Sprachen.

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Wörter mit endlosen Endungen, das rollende „R“ und die vielen neuen Buchstaben, machen es Türkisch-Lernern nicht gerade einfach. Dr. Gülay Ediboğlu-Cedden vom Fremdspracheninstitut der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ) in Ankara erklärt, dass das Lernen einer Fremdsprache immer mit unterschiedlichsten Aktivitäten im Gehirn zu tun hat.

In der Türkei untersuche die Wissenschaftlerin vor einiger Zeit erstmals die Hirnaktivitäten bei Muttersprachlern. „Wir haben beim Türkischen bestimmte Aktivitäten gemessen. Diese haben wir mit anderen europäischen Sprachen verglichen. Beispielsweise haben wir bei den Versuchspersonen, die Englisch als Muttersprache haben, weniger Aktivität gemessen. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Sprache im Türkischen eine weitere Verarbeitung durchlaufen muss.“

Im Englischen und Deutschen komme es nur in der 400. Millisekunde zu einer Aktivität, so Ediboğlu-Cedden. Bei türkischen Muttersprachlern sei das anders. Es zeige sich beim Sprechen eine Hirnaktivität in der 400. und 600. Millisekunde.

Die Wissenschaftler rätseln nun, wie es zu der zweiten Hirnaktivität kommen kann. Was unterscheidet das Türkische von anderen Sprachen? Ediboğlu-Cedden meint, im Türkischen werde die Konjugation als Suffix an den Wortstamm gehängt. Zur Bildung eines Satzes müsse man zudem den gesamten Satz vorher im Kopf bilden, damit die Endungen aufeinander abgestimmt werden können. Das sei in europäischen Sprachen nicht der Fall, so die Vermutung der Sprachwissenschaftlerin.

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