Hrant Dinks Bruder: Genozid-Gesetz verstößt gegen Meinungsfreiheit!

Erneut wird die „armenische Frage“ zum Wahlkampfthema in Frankreich, um bei der armenischen Diaspora auf Stimmfang zu gehen. Aber gerade sie sollte nicht erlauben, dass ihre Geschichte für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert wird, appelliert der Bruder des 2007 ermordeten Journalisten Hrant Dink.

Bevor am Donnerstag die Abstimmung im französischen Parlament zu dem Genozid-Gesetz stattfindet, meldet sich der Bruder des 2007 auf offener Straße in Istanbul erschossenen armenischen Journalisten Hrant Dink zu Wort. Die strafrechtliche Verfolgung von Menschen, die leugnen, dass Armenier in den letzten Jahren des osmanischen Reichs in einem Genozid ermordet wurden, ist eine Verletzung der Menschenrechte, so Orhan Dink.

Bei einem am Montag in dem Fernsehsender CNN Türk gesendeten Gespräch appellierte Dink auch und besonders an die armenische Diaspora in Frankreich, den Gesetzesentwurf abzulehnen. „Dieses Gesetz ist eine Beleidigung auch für euch.“ Er appelliert an sie, nicht zuzulassen, dass der damals erlebte Schmerz instrumentalisiert wird. „Lasst die Menschen von heute nicht für die Schmerzen eurer Vorfahren leiden“, so Dink weiter.

Für den Bruder des Herausgebers der zweisprachigen Wochenzeitung Agos ist das Gesetz ein klarer Fall der Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung.

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