Türkei trainiert libysche Armee

Gaddafi ist gestürzt und der Übergangsrat baut das Land neu auf. Die Türkei will helfen und gibt nicht nur Geld: sie gibt auch ihr militärisches Knowhow weiter

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Wie die Tageszeitung Zaman berichtet, haben der Vorsitzende des libyschen Übergangsrats, Mustafa Abdul Jalil und türkische Premierminister Erdoğan sich darauf geeinigt, dass das libysche Militär in der Türkei trainiert werden soll.

Bereits im September hatte die Nachrichtenagentur Cihan Bilder von pensionierten türkischen Offizieren veröffentlicht, die nach Libyen gereist waren, um libysche oppositionelle militärische Kräfte zu trainieren.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu berichtete Jalil gestern über seinen Türkei-Aufenthalt vergangene Woche, sowie die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und der neuen libyschen Administration in der post-Gaddafi-Ära.

Saif al-Islam soll in Tripoli vor Gericht

Neben den Plänen zur türkischen Militärhilfe „fahren wir fort mit unseren Bemühungen, zu einer regulären Armee überzugehen. Sie werden unter der Führung des libyschen Verteidigungsministers Osama al-Juwali durchgeführt und werden nächste Woche vorgestellt“, so Abdul Jalil gegenüber Anadolu.

Außerdem teilte er mit, der am 19. November gefangen genommene Sohn Gaddafis Saif al-Islam würde in der Hauptstadt Tripoli vor Gericht gestellt werden. Dem fügte er hinzu, dass die Soldaten, die Gaddafis Loyalisten waren und zurzeit noch im Gefängnis sind, bald freigelassen würden.

Türkei stellt Opposition 100 Mio US Dollar zur Verfügung

Die Türkei war einer der ersten Staaten, der die NTC als alleinigen Vertreter des libyschen Volkes anerkannte, nachdem die NTC-Kräfte Ende August in den Wohnsitz Gaddafis eingedrungen waren und damit das symbolische Zentrum seiner 40-jährigen Herrschaft stürmten. Am 4. September reiste der türkische Botschafter Ali Kemal Aydın in das Land und war damit der erste ausländische Botschafter, den die NTC empfing und der die diplomatischen Beziehungen wieder aufnahm.

Nach dem Sturz Gaddafis war Erdoğan einer der ersten Staatsmänner, der das Land in einer Drei-Länder-Tour nach Ägypten und Tunesien besuchte. Außerdem hatte er der Opposition 100 Millionen US Dollar zur Verfügung gestellt und weitere 200 Millionen versprochen. Ein Teil des Geldes soll dafür verwendet werden, die Infrastruktur von Bengasi zu verbessern und seinen Flughafen wieder in Stand zu bringen.

Viele Libyer waren nach den Zusammenstößen mit den Streitkräften Gaddafis in der Türkei behandelt worden.

 

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