„In unserem Land gibt es keinen Genozid“

Kaum ist das Gesetz verabschiedet, verstößt Ministerpräsident Erdoğan auch schon dagegen. Frankreich habe seine eigenen Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit abgeschafft. Erdoğan präsentierte einen acht Punkte-Sanktionsplan.

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In seinem Auftritt vor der Presse zu dem Genozid-Gesetz verwies Erdoğan auf die hunderte Jahre alte Beziehung zwischen der Türkei und Frankeich. Diese kostbaren Jahre habe Sarkozy dem Stimmfang geopfert. Die Türkei lehne das Gesetz entschieden ab.

Erdogan sagte: „Ich frage: gibt es die freie Meinungsäußerung in Frankreich? Und ich beantworte sie selber: Es gibt sie nicht.“ Frankreich habe seine eigenen Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit abgeschafft.

„Frankreich hat seine eigenen Ideale abgeschafft“

Rassismus und Separatismus würde geschürt und es würde Politik betrieben auf Kosten von Fremden. „Türken- Türkeihass und Islamophobie zu schüren, um Stimmen zu bekommen, ist nicht  nur für Frankreich bedenklich, sondern auch für die Ideale Europas.“

Erdoğan bezeichnete die Entscheidung als beabsichtigt und hinterhältig. „Es ist nicht möglich, dass wir als Türkei stumm bleiben“. Das französische Volk habe das Recht, die Wahrheit zu erfahren und die Türkei werde diese Aufgabe wahr nehmen. Außerdem kündigte Erdogan an, Land für Land in Afrika und im Mittleren Osten zu bereisen, um den Ländern einzeln zu erzählen, was man sie an französischer Geschichte jahrelang vergessen machen wollte.

„In unserem Land gibt es keinen Genozid“

Erdoğan sagte, die Türkei würde nicht akzeptieren, dass es einen Genozid gegeben habe. Heute würden 100.0000 Armenier leben. Auch den Juden empfehle Erdogan, ihre Geschichte gut zu studieren, wie sie aus Andalusien gekommen waren.

Die Türkei habe bereits ihren Botschafter abgezogen, außerdem kündigte Erdogan acht weitere Maßnahmen an. So würden alle politischen, wirtschaftlichen Beziehungen abgebrochen und auch innerhalb der EU gäbe es keine Zusammenarbeit mehr.

Die Flugerlaubnis ist aufgehoben, jeder Flug muss einzeln um Landeerlaubnis bitten. Militärische Schiffe dürfen in der Türkei nicht mehr anliegen. Alle gemeinsamen Militäroperationen werden ab sofort beendet. Jede politische Konsultation wird gestoppt.

Erdogan unterstrich, dass das nur der erste Schritt sei. „Je nachdem wie sich Gesetz in Frankreich entwickelt, werden wir weitere Schritte einleiten.“

Außerdem bedankte sich Erdoğan bei denen Abgeordneten, die gegen das Gesetz gestimmt haben und dem Zusammenhalt innerhalb der türkischen Parteien.

„Wir sind stolz auf unsere Geschichte“

Erdoğan sagte, die Türkei sei stolz auf ihre Geschichte. Außerdem bedankte sich Erdoğan bei denen Abgeordneten. Die Türkei habe keine Geschichte, die Unbehagen verursachen würde.

„Wir haben es schon oft gesagt: wir alle haben unsere Archive geöffnet, Historiker können hier arbeiten. Geschichte schreibt sich nicht durch Abstimmungen.“

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